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Jens Fischer, Blick auf die Marienkirche vom Tonberg

Momentaufnahmen - Fotografien von Jens Fischer

Historische Wehranlage

18.04.2019 - 31.10.2019

Die stimmungsvollen Momente der frühen Morgen- und späten Abendstunden setzt der Oberdorlaer Jens Fischer am liebsten in Szene. Der in Mühlhausen geborene Fotograf rückt nicht nur lokale Sehenswürdigkeiten ins rechte Licht, sondern folgt mit seiner Kamera auch so manchem Weg einheimischer Tiere.

Jens Fischer wurde 1975 in Mühlhausen geboren. Seit seiner Jugend beschäftigt sich der Naturliebhaber fast ununterbrochen mit der Fotografie. Seine erste Kamera, eine Praktica super TL 1000, entfesselte die Neugier und das Interesse an der Fotokunst. Von seinem Mentor, dem Oberdorlaer Ulrich Eifler, erlernte er Tricks und Kniffe. In gemeinsamen Projekten stellten die beiden Fotografen bereits ihr Können unter Beweis. Nun folgt die erste eigene Ausstellung des in der Region bekannten Hobby-Fotografen mit Momentaufnahmen von Mühlhäuser Natur- und Kulturdenkmalen sowie Bildern seiner Heimat.

Foto: Trompetenfestival in Guča, Serbien

Reisen in den Alltag – Fotografien aus Ost- und Südosteuropa

Historische Wehranlage

29.03.2018 – 31.10.2018

Hobbyfotograf Andreas Bank zieht es selten in populäre Touristengebiete. Mit dem Fahrrad oder dem Überlandbus geht es auf Reisen, häufig nach Ost- und Südosteuropa. Länder wie Weißrussland, Albanien, Serbien, Moldau, Rumänien oder die Ukraine gehören zu seinen Zielen.
Gemeinsam mit seiner Frau Astrid und seiner Kamera war er mittlerweile in 26 Staaten unterwegs, und wenn die Touren auch vorher grob geplant wurden, so kommen doch beide gern vom Weg ab. Denn bei spontanen Abstechern in die Dörfer lernt man Land und Leute besser kennen. In den oft touristenfreien Gebieten abseits der üblichen Strecken werden Fremde noch mit Neugier und Interesse betrachtet. Dabei stießen die Banks auf Armut und problematische Lebensverhältnisse ebenso wie auf innige Gastfreundschaft, Sprachenvielfalt und Völkerverständigung.

Daher steht neben Landschaftsaufnahmen vor allem das Alltagsleben der Menschen im Fokus seiner Bilder. Mit scharfem Blick nimmt Andreas Bank außergewöhnliche Details wahr und lässt den Betrachter Farbenreichtum und Lebensfreude abgelegener und doch reizvoller Regionen entdecken.

2017

Pläne für Europa - Friedrich August Stüler und sein architektonisches Erbe

09.09.2017 - 09.12.2017   MAUK Museum „Friedlander Tor“ (Kaliningrad, Russische Föderation)

In der ursprünglich vom Freundeskreis Mühlhäuser Museen initiierten und von der Thüringer Staatskanzlei in hohem Maße geförderten Exposition wurden professionelle Architekturfotografien einiger seiner bekanntesten Bauten in vielen europäischen Ländern gezeigt.
Das Museum Friedlander Tor befindet sich in der gleichnamigen Befestigungsanlage — ein Architekturdenkmal des 19. Jahrhunderts. Es ist eines der Stadttore Königsbergs, deren Architekt F. A. Stüler ist. Viele der noch erhaltenen Tore sind heute Denkmäler der Russischen Föderation, mit regionaler und föderaler Bedeutung, in deren Innerem sich Museen und Kultureinrichtungen befinden. Im Jahr 2017 jährte sich das 155. Jubiläum seit dem Bau des Friedlander Tores und das Museum feierte sein 15-jähriges Bestehen.

Der im Jahr 1800 in Mühlhausen geborene Stüler war einer der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit. Neben dem Neuen Museum in Berlin entwarf der „Architekt des Königs“ Friedrich Wilhelms IV. zahlreiche brandenburgische Kirchen und Herrensitze, aber auch international war der umtriebige Mühlhäuser regelmäßig tätig. So plante er unter anderem das schwedische Nationalmuseum in Stockholm oder die Akademie der Wissenschaften in Budapest. Geprägt von den Bauten des italienischen Mittelalters und der Renaissance entwickelte Stüler seinen Baustil von der klassizistischen Form Schinkels hin zum unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. aufkommenden Historismus. Weiterhin war er einer der Mitbegründer des Architektenvereins zu Berlin.

Die Sonderschau mit kunstvoller Architekturfotografie des Mühlhäuser Fotografen Tino Sieland wurde bereits in Mühlhausen und Budapest präsentiert.

Foto: Spitzbergen, fotografiert von Ralf Weise

2017

Nordlandfieber - Fotografien von Ralf Weise

13.04.-12.11.2017   Historische Wehranlage - Wedemeyersches Gartenhaus

Der in Eigenrieden lebende Fotograf und promovierte Biologe Ralf Weise liebt die abgeschiedenen Regionen des Hohen Nordens. In diesen rauhen wie atemberaubenden Landschaften hat er sich schon vor Jahren mit dem Nordlandfieber infiziert und den Arktis-Bazillus eingefangen. Diagnose: unheilbar!

Mit seiner Leidenschaft zur Landschafts- und Tierfotografie richtet der infizierte Fotograf den Fokus immer wieder auf die Natur und das Leben in der nordischen Wildnis. Er erlebt im Sommer das magische Schauspiel der strahlenden Sonne mitten in der Nacht und im nächtlichen Winterhimmel die Faszination der bunt leuchtenden Polarlichter, die durch kristallklare Luft tanzen.
Mit der Kamera fängt er ein, was er einfangen kann von den unendlichen Facetten des Nordlandes mit seinen so ganz unterschiedlichen Landschaften mit faszinierenden Farbspielen, schroffen Bergen, eisigen Gletschern, donnernden Wasserfällen, dichten Wäldern, weiten Seen und Flüssen. Die atemberaubenden Bilder sind für ihn eine Lebensart - eine Möglichkeit, außergewöhnliche Momente einzufangen und mit anderen zu teilen. Kamera und Notizblock, in dem er mit wissenschaftlicher Akribie seine täglichen Beobachtungen festhält, sind seine ständigen Begleiter auf der Suche nach immer mehr spannenden Bildern.

Gut 40 Motive aus seiner reichen Sammlung hat Ralf Weise für seine Ausstellung "Nordlandfieber" ausgewählt, die er erstmals in der Öffentlichkeit zeigt. Seine Bilder erzählen über hautnahe Erlebnisse in der arktischen und subarktischen Natur, über spannende Begegnungen mit Polarfüchsen, Rentieren und auch mit dem König der Arktis, dem Eisbären. Sie erzählen über die Nomaden der Lüfte, über spielerisch anmutende Launen der Natur, über Reisen durch stille Flusslandschaften und einsame Berge, alle eingehüllt von dem wundervollen nordischen Licht mit tiefstehender Sonne.

2017

Stadtbildhauer - Walter Krause
Zum 50. Todestag des Mühlhäuser Künstlers Walter Krause (1891-1967)

30.06.-03.10.2017   Kulturhistorisches Museum

Seine Skulpturen und Reliefs prägen bis heute den öffentlichen Raum in Mühlhausen, doch kaum ein Bewohner oder gar Besucher weiß, wer sie geschaffen hat: Walter Krause, gebürtiger Mühlhäuser und Bildhauer. Aus Anlass seines 50. Todestages widmen ihm die Mühlhäuser Museen ab 30. Juni eine Kabinett-Ausstellung.

Walter Krause erlernte zunächst den Beruf des Holzbildhauers, dem er ein Studium der künstlerischen Bildhauerei anschloss. Zu seinen prägenden Lehrern zählte Adolf von Hildebrand, der als führender „klassizistischer“ Künstler der Brunnen- und Denkmalkunst in Deutschland galt. Seit Mitte der 1920er Jahre arbeitete Krause in Mühlhausen in einem eigenen Atelier in der Kleinen Waidstraße 11. Neben ersten Aufträgen übernahm er auch die Leitung von Zeichenkursen an der Volkshochschule. Zu seinen Schülern gehörte der bekannte Maler Karl Ortelt.

Das Stadtbild prägte Walter Krause mit Werken wie der anmutigen Brunnenfigur am Entenbühl und den Reliefs am Sparkassengebäude gleich daneben oder der überlebensgroßen Figur der Göttin „Hygeia“ im Patientengarten des Hufeland-Klinikums. Herausragend ist das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in der Petrikirche, zu dem ihn niemand anderes als Käthe Kollwitz ermutigte.

Ausstellungsplakat: Gustav Wolf - Mit kritischem Blick

2017

Kooperationsausstellung: Gustav Wolf – Mit kritischem Blick
Zeichnungen und Gedanken zum Ersten Weltkrieg

28.01.2017 – 23.04.2017   Museum Bautzen | Muzej Budyšin, Kornmarkt 1, 02625 Bautzen

Seit 28. Januar zeigt das Museum Bautzen die Ausstellung „Gustav Wolf – Mit kritischem Blick Zeichnungen und Gedanken zum Ersten Weltkrieg“ in Kooperation mit den Mühlhäuser Museen.

Die persönlichen Skizzenbücher des Soldaten und Dichters Gustav Wolf, 1896 in Weifa in der Oberlausitz geboren, sind ein Zeugnis des Alltags an der deutschen Westfront des Ersten Weltkriegs. Gezeigt werden im Museum Bautzen 29 Zeichnungen des jungen Soldaten Gustav Wolf, der seine Eindrücke vom Kriegsgeschehen in Zeichnungen aufarbeitete. Sie führen den Besucher in Wolfs Schützengraben, aber auch in zerstörte Ortschaften Frankreichs und Flanderns und rücken einige seiner Kameraden vom Bautzener Infanterie-Regiment 103 ins Bild. Ergänzt wird die Schau um Gedichte und Kriegsberichte sowie eine kleine Auswahl von Arbeiten anderer Künstler zum Ersten Weltkrieg, die dessen lebensbedrohliche Folgen für die Menschen und deren Sehnsucht nach Frieden in den Blick nahmen.
Im zweiten Teil der Ausstellung wird deutlich, wie die Thematik des Krieges später immer wieder in Wolfs literarisches Schaffen Eingang fand. Außerdem erfolgt hier eine Würdigung seines Schaffens als Oberlausitzer Heimatschriftsteller und Mundartdichter.

Foto mit Bilderbüchern aus der Ausstellung "...wie aus dem Bilderbuch!"

2016-2017

"...wie aus dem Bilderbuch!"
Illustrierte Kinderbücher aus der Sammlung von der Hardt

25.11.2016 - 19.02.2017   Kulturhistorisches Museum

Der garstige Struwwelpeter, der standhafte Zinnsoldat, der aufsässige Häwelmann oder die herzlose Schneekönigin – wer kennt sie nicht, die „Gestalten“ der vergangenen Kindheit? Sie tauchen auf vor unserem geistigen Auge, dank der einprägsamen Illustrationen und Texte in Bilderbüchern.
Für die Sammler solcher Bücher, das Ehepaar von der Hardt, waren die gelungene künstlerische Gestaltung und der Inhalt wichtige Auswahlkriterien beim Aufbau ihrer Bilderbuch-Sammlung. Im Laufe von etwa 30 Jahren, von den 1960er bis 1990er Jahren, wuchs die Zahl der Bücher auf fast 1000 an. Eine Auswahl davon beleuchtete in dieser Ausstellung die Vielfalt und Geschichte des Bilderbuches.

Reich bebilderte Sachbücher als eine Art Universallexikon für Kinder stehen Ende des 18. Jahrhunderts mit am Anfang der Kinderliteratur. Sie sind im Sinne der Aufklärung gestaltet, als Kinder als kleine Erwachsene galten, bei denen lediglich der Verstand geschärft werden musste. Die Geburtsstunde wirklicher Kinderbücher aber war die Zeit der Romantik, als die „Kinderseele entdeckt“ wurde und von nun an kindgerechte Texte und Illustrationen geschaffen wurden. Das ist auch die Zeit der Brüder Grimm und der von ihnen gesammelten Märchen. Sie werden bis heute in Bilderbüchern verbreitet, deren Fülle insgesamt kaum noch zu überschauen ist.
Die Ausstellung zeigte einige ausgewählte Themen. Neben den Märchen waren das Bilderbücher aus Ost und West des geteilten Deutschlands, das Thema Weihnachten, aber auch Bildergeschichten zu schwierigen Themen wie Angst und Tod. Aufwendig gestaltete Werke wie Pop-up- und Wimmelbücher rundeten die kleine Kulturgeschichte des Bilderbuches ab. Zu jedem Buch gab es eine kurze Zusammenfassung des Inhalts.

In einer Leseecke konnten große und kleine Besucher gemütlich in Büchern schmökern. Die großen, fröhlichen Figuren von jungen Künstlern der Jugendkunstschule Mühlhausen schienen direkt aus den Büchern gestiegen zu sein. Viele Begleitveranstaltungen, wie das japanische Erzähltheater Kamishibai, zogen besonders die jungen Zuhörer in der dunklen Jahreszeit in die Fantasiewelt der schönsten Bilderbücher. Doch auch für die Erwachsenen war etwas zum Lachen mit dabei, denn zwei „Märchenarchäologen“ haben längst die Wahrheit über Hänsel und Gretel herausgefunden.

In Kooperation mit der Jugendkunstschule Mühlhausen, der Christlichen Buchhandlung Strecker und der Stadtbibliothek Mühlhausen.

Gustav Wolf-Weifa: "Bäcker Max", 17.06.1915

2015-2016

Gezeichnet! Gustav Wolf-Weifa skizziert den Ersten Weltkrieg

11.09.2015 - 30.10.2016   St. Marien | Müntzergedenkstätte

Die persönlichen Skizzenbücher des Soldaten und Dichters Gustav Wolf aus Weifa (Sachsen) sind ein Zeugnis des Alltags an der deutschen Westfront des Ersten Weltkriegs. Von seiner Mühlhäuser Enkelin wiederentdeckt, werden sie in dieser Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Darstellungen in Lyrik und Kunst führen in den Mikrokosmos Schützengraben. Gezeigt werden Zeichnungen aus der Perspektive des jungen Soldaten Gustav Wolf, der nicht nur aus künstlerischem Interesse, sondern auch im Bewusstsein der Wirksamkeit des industrialisierten Krieges die Zerstörung in seinen Zeichnungen festhielt.

Eine Auswahl von 26 Skizzen führt den Besucher in die Schützengräben und das direkte Umfeld der Kampfzonen in Frankreich und Flandern. Ende 1918 blieben von all dem fast nur noch Ruinen.
Militärische Exponate wie Stahlhelm und Gasmaske oder Gebrauchsgegenstände, die aus Kriegsschrott hergestellt wurden, ergänzen die Ausstellung. Aufnahmen der Kriegsdenkmäler in und um Mühlhausen sollen den Ersten Weltkrieg in das Gedächtnis der Menschen zurückbringen und an die gefallenen 1313 Mühlhäuser Soldaten erinnern.
Darüber hinaus wird zum ersten Mal die Mühlhäuser Nagelsäule von 1916 ausgestellt; ein typisches Mahnmal des Ersten Weltkrieges, mit dem Spenden für die Hinterbliebenen der gefallenen Soldaten gesammelt wurden.

Olaf Meinel, Bildhauer

2015

Berufung! - Auf der Suche nach Mühlhausen

11.4.2015 - 31.10.2015   Historische Wehranlage | Frauentor

Die Worbiser Fotografin Ute Gatzemeier ist seit langem auf Portraitserien spezialisiert. Doch nicht nur das reine Abbilden der Physiognomie des Einzelnen ist ihr Ziel. Vielmehr sucht sie nach Stimmungen, die den Fokus erweitern und den Menschen einbinden in sein ganz spezifisches Leben. Sie schaut sich in der Arbeitswelt um oder begleitet die Menschen zu ihren Hobbys, um sie besser zu verstehen. Erst wenn sich das Bild bereits geformt hat, greift sie zur Kamera.  

Auf Einladung der Mühlhäuser Museen porträtierte Ute Gatzemeier junge und alte Mühlhäuser und fragte sie, was sie mit ihrer Stadt verbindet, welche Lieblingsplätze sie haben und auch, was sie gern ändern würden. Herausgekommen ist dabei, neben einer fast einhelligen Liebeserklärung an die Mittelalterliche Reichsstadt, eine spannende Reise in die Lebens- und Berufswelten eines ebenso alten wie lebenslustigen Ortes, der viel mehr zu bieten hat als Kirmes, Süßkuchen und Pflaumenmus. Ute Gatzemeier blickt als Außenstehende unverkrampft auf eine Stadt, die von ihren Bewohnern geliebt wird, während sie gleichsam viel zu selten erkannt haben, welche Potentiale sich noch in ihr verbergen. Die junge Fotografin traf auf Vertreter des alten Mühlhäuser Bürgertums ebenso, wie auf Jungmühlhäuser aus Ungarn oder Kurdistan, auf Künstler, Feuerwehrmänner oder Kellnerinnen. Mit einfühlsamen Schwarz-Weiß-Aufnahmen hat sie ihre Akteure abgebildet. Sie gibt ihnen Raum in ihrem persönlichen Umfeld und lässt die Ruhe des Moments wirken.

Entstanden sind Fotografien von Menschen, die das Gesicht der Stadt prägen, ohne dass sie regelmäßig in der Zeitung abgebildet sind oder auf Plakaten prangen. Menschen, die stolz sind auf ihre alte oder auch neue Heimat. Dass sie diesen Bürgerstolz mehr als bisher nach außen tragen und noch selbstbewusster für sie eintreten, ist ihnen nur zu wünschen.

Foto: sogenanntes Pfingstbergschloss

2015

Pläne für Europa - Der Mühlhäuser Baumeister F. A. Stüler

19.3.2015 - 30.8.2015  St. Marien | Müntzergedenkstätte

Mit einer Ausstellung hochkarätiger Architektur-Fotografien des Mühlhäuser Architekten und Fotografen Tino Sieland präsentierten die Mühlhäuser Museen eine Auswahl bedeutender Bauwerke Friedrich August Stülers in der Marienkirche. Der um 1800 in Mühlhausen geborene Baumeister war als „Architekt des Königs“ Friedrich Wilhelms IV. europaweit tätig und entwarf viele international bekannte Bauwerke, darunter das Neue Museum in Berlin, die Akademie der Wissenschaften in Budapest und das Nationalmuseum in Stockholm.

Den Anstoß für die Sonderschau „Pläne für Europa – Der Mühlhäuser Baumeister Friedrich August Stüler“ anlässlich des 150. Todestages des international tätigen Architekten gab der Freundeskreis der Mühlhäuser Museen, der auch die Finanzierung übernahm.

Stüler, der Mitbegründer des Architektenvereins zu Berlin, plante unter anderem die St.-Trinitatis-Kirche in Köln, dem Berliner Dom, aber auch nichtsakrale Gebäude wie das Neue Museum und die Alte Nationalgalerie in Berlin. Seine bekanntesten Bauten im Ausland sind das schwedische Nationalmuseum in Stockholm, die Akademie der Wissenschaften in Budapest oder die heute auf russischem Territorium liegende Königsberger Universität. Um auf die Bedeutung deutscher Ingenieurkunst für die Entwicklung stilbildender europäischer Großbauten im 19. Jahrhundert hinzuweisen, ist es geplant, die Sonderschau anschließend auch in Stockholm, Budapest, Königsberg und Breslau zu präsentieren.

2014

Wo der Teufel seinen Poncho verlor - Fotografien von Mareen Ledebur

17.4.2014 - 14.11.2014  Historische Wehranlage

Das Salz der Wüste in Schwarz-Weiß-Kontrasten, Nebelschwaden, die durch die Berge Perus ziehen, die patagonische Weite durch die Augen eines Magellan-Pinguins: Mareen Ledeburs Fotografien folgen keiner Reisenden, sie folgen den Momenten und Gefühlen einer Verweilenden und landen bei dem Fischer Coro auf Rapa Nui, Paulinas Federkleid und auf Feuerland – am Ende der Welt. Der Blick streift von den Moai genannten, riesigen Steinfiguren der polynesischen Insel Rapa Nui, bei uns eher unter dem europäischen Namen „Osterinsel“ bekannt, über die quirlige chilenische Hafenstadt Valparaiso zur Ruinenstadt Machu Picchu, der wohl bekanntesten Inkastätte in den Bergen Perus.

Die Ausstellung versammelt einfühlsame Landschaftsaufnahmen und Porträts aus Chile, Argentinien, Peru, Bolivien und Rapa Nui. Im Fokus stehen nicht die sauberen und glatten Fassaden, sondern faszinierende Wirklichkeiten. Beeindruckt vom chilenischen Willen und bezaubert von der Weite der lateinamerikanischen Landschaften, hält die Fotografin ruhige, detaillierte, romantische und absurde Momente fest.
Berge und Wüsten, Steppe und Regenwald – Südamerikas Reichtum an landschaftlichen Reizen zeigt sich in Bildern komplexer Schönheit und zugleich Rauheit. Der Kampf um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, besonders seit dem Einfall der europäischen Eroberer, offenbart die bis heute bestehende Problematik und Tragik der Kolonisation und ihrer Folgen.

Mareen Ledebur, 1988 in Mühlhausen geboren, lebte von 2010 bis 2011 in Chile und kehrt seitdem immer wieder dorthin zurück. Während ihrer Studienzeit in Berlin und Frankreich vertiefte sie ihr Interesse in der künstlerischen Serienfotografie einerseits und der sozialpolitischen Fotografie andererseits. Mit ihrer Kamera verfolgte sie 2011 die Studentenproteste in der Hauptstadt Santiago. Ihre Bilder zeigen, dass der Kampf von Menschen um ihre Rechte nicht nur aggressiver Natur ist, sondern auch voll Liebe, Mitgefühl und Humor. Neben ihrem Studium in Europäischer Kulturgeschichte in der historisch-politischen Bildungsarbeit sowie als freiberufliche Journalistin, u.a. für die taz und die Lateinamerika Nachrichten tätig, organisierte Mareen Ledebur zusammen mit der Galerie Olga Benario in den letzten Jahren zwei Vortragsreihen über historische und aktuelle Themen Chiles.

2014

Horti conclusi - Klostergärten in Thüringen

Ein Kooperationsprojekt der Mühlhäuser Museen mit dem Stadtmuseum im Augustinerkloster Bad Langensalza

12.7.2014 - 2.11.2014  Stadtmuseum Bad Langensalza

Mit der Eröffnung der Ausstellung „horti conclusi – Klostergärten in Thüringen“ im Stadtmuseum Bad Langensalza wird sich diese wieder an einem authentischen Ort befinden, nämlich einem ehemaligen Kloster – dem Augustinerkloster. Wie viele geistliche Orden, haben auch die Augustiner meist einen eigenen Garten bewirtschaftet. Wenn dafür die Zeugnisse in Bad Langensalze auch fehlen, sind sie doch andernorts vorhanden. Und im nächstgelegenen Augustinerkloster in Erfurt hat man diese Tradition längst wieder aufgegriffen.
Seit dem 15. Jahrhundert prägen die Klostergärten mit ihrer klassischen Dreigliederung in Herbularius (Kräutergarten), Hortus (Gemüsegarten) und Pomarium (Obstgarten) die Gestaltung weltlicher Gärten wie Burg- und Bauerngärten, später auch Pfarr- und Apothekergärten.
Ein Garten der letztgenannten Art entsteht gerade am neu eröffneten Apothekermuseum „Haus Rosenthal“ in Bad Langensalza.

2013-2014

Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation

Ein Kooperationsprojekt der Mühlhäuser Museen mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg 

29.9.2013 - 21.4.2014  Kulturhistorisches Museum

„Am Vorabend der Reformation“ – unter dieser Überschrift werden für gewöhnlich die vermeintlichen Missstände in der christlichen Kirche am Ausgang des Mittelalters aufgezeigt, die die Reformation als einschneidende Wende und erlösenden Ausweg erscheinen lassen. Dem Jahrhundert, das der Reformation voranging, wurde ein eigener Wert abgesprochen – die Bezeichnung „Vorreformation“ bringt es auf den Punkt. Das „Morgenrot der Reformation“ schien das vermeintlich „finstere Mittelalter“ zu überstrahlen. Tatsächlich aber ist seit gut 30 Jahren in der Wissenschaft unbestritten, dass die Reformation Ergebnis einer Intensivierung der kirchlichen Frömmigkeit um 1500 gewesen ist, die alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens durchdrang. Auf der Suche nach Antworten auf drängende religiöse Fragen füllten sich Kirchenräume mit frommen Stiftungen, fanden Wallfahrten regen Zulauf, wurden Andachtsbilder und Heiligenfiguren in Serie hergestellt und erfreuten sich großer Beliebtheit. „Die Kirche hatte Hochkonjunktur“ (Bernd Moeller). Im Gegensatz zum Westen Deutschlands fehlte es bisher für den mitteldeutschen Raum als „Mutterland der Reformation“ an einschlägigen wissenschaftlichen Untersuchungen zur praktisch gelebten Frömmigkeitskultur des Spätmittelalters. In der gemeinsam von den Mühlhäuser Museen, dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg präsentierten Ausstellung „Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation“ sollen diese in Mitteldeutschland weithin vergessenen Formen religiöser Alltagspraxis des 15. und frühen 16. Jahrhunderts nun für ein breites Publikum rekonstruiert und wiederentdeckt werden. Auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird der Blick auf die Zeit vor der Reformation von populären Zerrbildern, die in der Wissenschaft längst widerlegt sind, befreit und fundierten Erkenntnissen gegenübergestellt. Angefangen bei der Pfarrkirche als Ort eines nahezu alle Lebensbereiche umfassenden kirchlichen Heilsangebots, über Wunderglauben, Wallfahrtswesen und geistliche Schauspiele bis hin zur Rolle der Laien in der spätmittelalterlichen Kirche und der Thematik des Ablasses, an dem sich schließlich jener zur Reformation führende Protest Luthers entzündete, liefert die Ausstellung einen Schlüssel zum Verständnis spätmittelalterlicher religiöser Denkweisen sowie ein faszinierendes und aus heutiger Sicht zugleich wohl befremdliches Bild der religiösen Lebenswelt jener Zeit. Gezeigt werden insbesondere bisher kaum bekannte Schätze, die von den traditionellen musealen Sammlungsrastern abweichen und oft inkognito ein halbes Jahrtausend überdauerten – so beispielsweise eine Betsäule, Votivgaben wie eiserne Fesseln, „Leibzeichen“ genannte Körperteile, die getöteten Personen abgenommen und bis zur Sühne der Mordtat nicht bestattet wurden, oder auch ein sogenannter „Auffahrtschristus“, der im Rahmen der Himmelfahrts-Liturgie vor den Augen der Gemeinde durch ein Loch in der Kirchendecke gen Himmel fuhr. Die zentralen Exponate der Ausstellung stammen dabei vorwiegend aus dem Bundesland des jeweiligen Ausstellungsortes. Die vom Berliner Kirchenhistoriker Dr. Hartmut Kühne kuratierte Sonderschau ist Teil der Lutherdekade, die mit besonderem Schwerpunkt in den mitteldeutschen Ländern von 2008 bis 2017 als Vorbereitung zum weltweit gefeierten Reformationsjubiläum 2017 begangen wird. Mit der Eröffnung der Sonderschau am 28. September 2013 wurde zugleich ein Teil des sich derzeit noch im Umbau befindlichen Museums am Lindenbühl wiedereröffnet.

Laufzeiten:
Mühlhäuser Museen 29.09.2013 - 21.04.2014
Stadtgeschichtliches Museum  04.06.2014 - 07.09.2014
Kulturhistorisches Museum Magdeburg 07.11.2014 - 15.02.2015

2013-2014

HAP Grieshabers Totentanz von Basel

6.9.2013 – 21.4.2014  St. Marien, Müntzergedenkstätte

Im christlich geprägten Mittelalter, in dem man das „ideale“ Sterben als Prozess ansah, der dem Sterbenden Zeit und Gelegenheit ließ, seine weltlichen Angelegenheiten zu ordnen und seinen Frieden mit Gott zu machen, wurde mit dem „memento mori“ der bildnerischen Totentänze und Totentanzbücher eindringlich die auch verbal kommentierte Mahnung gegeben, stets auf einen unerwarteten Tod vorbereitet zu sein. Bekannte Beispiele sind Michael Wolgemuts „Der Tanz der Gerippe“ aus der Schedelschen Weltchronik (1493) und Hans Holbeins d. J. „Bilder des Todes“ (1554). Vor allem Holbeins Darstellungen des Totentanzes sind prägend für die meisten Totentanzfolgen der späteren Zeit geworden. Durch die Jahrhunderte haben sich Künstler immer wieder mit dem Thema des Totentanzes auseinandergesetzt. Dabei griffen sie individuelles Leid ebenso auf wie den aus der christlichen Vorstellungswelt stammenden „Vanitas-Gedanken“ – also das Bewusstsein von der Vergeblichkeit menschlichen Tuns – oder auch jene generalisierenden apokalyptischen Visionen, die an den Bruchstellen gesellschaftlicher Entwicklungen verstärkt das öffentliche Bewusstsein bestimmten. Nur exemplarisch sei in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts auf Arbeiten zum Totentanz von Alfred Kubin, Käthe Kollwitz, Felix Nussbaum und Wilhelm Morgner verwiesen. Auch HAP Grieshaber (1909–1981), einer der bedeutendsten Holzschneider in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts, hat sich in seiner 1966 entstandenen Holzschnittfolge „Der Totentanz von Basel“ dieses Themas angenommen. Er griff dabei in der Darstellung der Standespersonen – vom Papst über den Kaiser bis zum Bauer – und in den kommentierenden Dialogen spätmittelalterliche Traditionen und Vorlagen auf, die auf eine seinerzeit berühmte, aber 1806 zerstörte und nur in Büchern überlieferte Totentanz-Malerei am Dominikanerkloster zu Basel zurückgehen, verband sie aber in moderner Formensprache mit Attributen heutigen Lebens und machte damit die Zeitlosigkeit des Themas deutlich. Die aus dem Sammlungsbestand der Mühlhäuser Museen konzipierte Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl der insgesamt 40 Farbholzschnitte umfassenden Folge. In prägnanter künstlerischer Gestaltung weist sie auf die ewige Gültigkeit des Dualismus „Leben – Tod“ hin und baute zugleich eine Brücke zum Premiumprojekt des Hauses, der Sonderschau „Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation“ im Museum am Lindenbühl.

2013

Reisen ins Blaue - Unterwasserlandschaften der Weltmeere

Eine Fotoausstellung von Kathrin Hildebrandt

28.3.2013 – 3.11.2013  Historische Wehranlage

Mehr als zwei Drittel unserer Erde sind von Wasser bedeckt. Allmählich beginnen die Menschen zu begreifen, dass diese Wasserwelten keine unveränderlichen Lebensräume  darstellen, obwohl es auf den ersten Blick so scheinen mag. Biologen schätzen, dass noch über 90 Prozent der Flora und Fauna der Meere bis heute unentdeckt sind. Bereits 4500 Jahre vor Christus versuchten Menschen, diese Geheimnisse zu ergründen und tauchten nach Schwämmen, Korallen und Perlen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es die ersten Helmtauchgeräte. Die Geburtsstunde des heutigen Sporttauchens liegt in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts und ist mit den Forschern Hans und Lotte Hass und Jacques-Yves Cousteau  verbunden. Seitdem entdecken immer mehr Menschen den eigentlich für sie lebensfeindlichen Raum für sich. Hat man dann die ersten Eindrücke unter Wasser gesammelt, dauert es meist nicht lange, bis der Wunsch aufkommt, das Gesehene im Bild festzuhalten und es mit Freunden und Bekannten zu teilen. Vor 12 Jahren begann die „Taucherkarriere“ von Kathrin Hildebrandt, und seit 6 Jahren gehört die Kamera zum festen Bestandteil ihrer Tauchausrüstung. Dabei unterscheidet sich das Fotografieren unter Wasser von dem in der natürlichen Umgebung doch beträchtlich. Man muss sein Equipment entsprechend wasserdicht verpacken, das macht es natürlich schwieriger in der Bedienung. Außerdem hat schon so mancher ambitionierte Unterwasserfotograf durch kleine Unaufmerksamkeiten seine geliebte Kamera im wahrsten Sinne des Wortes versenkt! Die Lichtverhältnisse ändern sich mit jedem Meter Tauchtiefe und schließlich sind nach und nach alle bekannten Farben verschwunden, bis nur noch ein Einheitsgrau vorherrscht. Die Verwendung von Kunstlicht ist daher unumgänglich, um die Farbenpracht der Unterwasserflora und Fauna richtig einzufangen. Die gezeigten Bilder sind in unterschiedlichen Ozeanen entstanden, vom Roten Meer über Karibik und Pazifik bis hin zum indischen Ozean. Porträtiert wurden ganz unterschiedliche Tierarten und Pflanzen. Meterlange Haie und Bekanntes, wie der Clownfisch, gehören genauso dazu wie nur millimetergroße Nacktschnecken, Seepferdchen oder der exotische Schaukelfisch. Farbenprächtige Korallen und nahezu unnatürlich erscheinende Seesterne geben dem Betrachter einen kleinen Einblick in die Artenvielfalt dieser fremden Welt.  Kathrin Hildebrandt beweist dabei ihren Blick fürs Detail und ihre Begeisterung für Poseidons Reich auch noch nach Hunderten von Tauchgängen. Zusätzlich entführen Sie die Bilder zu versunkenen Wracks und in Höhlensysteme in Mexiko.

2013

horti conclusi - Klostergärten in Thüringen

12.5.2013 - 3.11.2013  Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

Eine besonders nachhaltige und sinnvolle Form, alte Traditionen wieder aufleben zu lassen, ist die Bewirtschaftung eines Klostergartens. Verschiedenste Initiativen wie die Thüringer Heimvolksschule in Donndorf, das Biosphärenreservat Propstei Zella in der Rhön oder das Künstlerehepaar Kühn in Kloster Mildenfurth bei Weida haben sich dieser Aufgabe angenommen und kleine Perlen innerhalb der Gartenkultur Thüringens geschaffen. Meistens wurden für die Neugestaltung mittelalterliche Gartenkonzepte zu Rate gezogen, wie sie beispielsweise durch den Klosterplan von St. Gallen (um 820) oder dem Kölner Dominikaner Albertus Magnus (1200–1280) überliefert sind. Die mittelalterlichen Klostergärten waren es auch, die der Ausstellung ihren Namen gaben. Denn „Hortus conclusus“ ist der lateinische Begriff für einen verschlossenen Garten, also einen Garten, der hinter Klostermauern verborgen liegt. Die Außenwirkung der Klostergärten dagegen blieb nicht im Verborgenen. Belieferten sie doch seit dem frühen Mittelalter nicht nur die hauseigenen Küchen, sondern auch die Krankenstationen. Seit der ersten Klostergründung durch Benedikt von Nursia im Jahre 529 stand die Krankenpflege, und diese bezog auch Nichtkonventsmitglieder ein, im Mittelpunkt der klösterlichen Pflichten. Das Wissen um die Zubereitung und Anwendung von Heilpflanzen war den Mönchen aus der Antike überliefert, wurde bewahrt und weiter entwickelt. So waren die frühmittelalterlichen Klostergärten reine für die Küchen- und Krankenversorgung ausgerichtete Nutzgärten. Elemente der Gestaltung waren die gefasste Quelle zur Bewässerung, Hochbeete in Kastenform und eine Einfriedung des Areals. Es bestand eine klassische Dreigliederung in Herbularius (Kräutergarten) nahe der Krankenstation, Hortus (Gemüsegarten) und Pomarium (Obstgarten). Albertus Magnus hat mit seinem Konzept eines Viridariums (Grüngartens) eine neue Tendenz aufgegriffen. Sie vereint den Nutzgarten mit dem Zier- oder Lustgarten. Dafür wurden neue Gestaltungselemente wie die Rasen- und Blumenbank, Rabatten und Obstspaliere entwickelt. Seit dem 15. Jahrhundert prägen die Klostergärten die Gestaltung weltlicher Gärten wie Burg- und Bauerngärten, später auch Pfarr- und Apothekergärten. Die Ausstellung „horti conclusi – Klostergärten in Thüringen“ stellt sechs verschiedene Gärten in ehemaligen Klosteranlagen vor und möchte damit zum Besuch derselben ermuntern. Denn in jedem dieser Gärten wird der Betrachter Neues und Wissenswertes entdecken.

2011

„Mühlhausen, Königsberg, Berlin – Die musikalische Lebensreise des Komponisten Johannes Eccard (1553–1611)“

16.6.2011 - 5.9.2011 Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche. 

Bis heute gehören Eccards Lieder zum Bestand des Evangelischen Liedschatzes, und sein Stück „Über’s Gebirg Maria geht“ fehlt in keiner Weihnachtsliedersammlung. In diesem Jahr jährt sich der 400. Todestag des Komponisten, ein Anlass also, ihn mit einer Ausstellung zu würdigen.

Die Tradition der evangelische Kirchenmusik in Mühlhausen begann mit dem Reformator Thomas Müntzer (1489–1525), der noch vor Martin Luther eine deutschsprachige Liturgie einführte, in der von ihm selbst verfasste Kirchenlieder gesungen wurden. Ihm folgte Joachim von Burck (1546–1610), der als eigentlicher Begründer der Mühlhäuser Musikkultur gilt. Burck war der erste musikalisch prägende Lehrer Johannes Eccards. Frucht ihrer lebenslangen Freundschaft und Zusammenarbeit waren mehrere gemeinsame Veröffentlichungen von Liedersammlungen.

Der musikalische Lebensweg des in Mühlhausen gebürtigen Johannes Eccard führte ihn aber schon bald in die Ferne. Zunächst war er Student bei dem Mühlhäuser Liederdichter und Professor der Philosophie und Poetik Ludwig Helmbold (1532–1598) in Erfurt. Es folgten Anstellungen in Weimar, München und Augsburg. Seine erste christliche Liedersammlung gab er mit 22 Jahren in Mühlhausen heraus.
1579 ließ sich Eccard ein Geburtszeugnis in seiner Heimatstadt ausstellen, mit dem er sich für die Stelle als Vizekapellmeister der herzoglich-preußischen Hofkapelle in Königsberg bewarb. Die vom Deutschen Orden gegründete altehrwürdige Universitätsstadt wurde für 30 Jahre Eccards neue Heimat. Dort entstanden seine bekanntesten Werke, die „Preußischen Festlieder“ – geistliche Lieder, die das gesamte Kirchenjahr begleiten. Von 1603 bis zu seinem Tode war Eccard schließlich Kapellmeister, zunächst in Königsberg und ab 1608 in Berlin.
Eccard drückte sich, seine Musik kommentierend, bescheiden aus, wenn er sagte, dass „darin nach musikalischer Art was Anmutiges und der Kunst Gemäßes enthalten…“ sei. Ein Musikwissenschaftler dagegen urteilte einmal, dass „Bachs Choräle ohne Eccard nicht denkbar“ seien.

2010

„Mühlhausen geht baden“ – Vom öffentlichen Zuber zur Thüringentherme

5.9.2010–11.11.2010 Thüringentherme

Mit ihrer aktuellen Ausstellung gehen die Mühlhäuser Museen „fremd“, wobei sie dabei den denkbar passendsten Ort für eine Ausstellung zum Thema Badegeschichte ausgesucht haben – die Thüringentherme. Das erste „Freizeitbad nach westlichem Muster“, wie es 1991 in der Presse hieß, kann mittlerweile schon auf einige erfolgreiche Jahre zurückblicken. Mit dem Standort aber verbindet sich eine fast 200-jährige Badegeschichte. Das Straßenschild mit der Aufschrift „Mischkeweg“ erinnert zum Beispiel an die von Mischke betriebene Badeanstalt am selben Ort. Ebenso weit reicht die Geschichte des Schwanenteichbades zurück, das seinen Anfang mit einer Badestelle am sogenannten „Zapfen“ nahm. Undenkbar aus heutiger Sicht ist, dass damals nur die Männer in den Genuss des öffentlichen Badens gelangten – für Frauen galt es als unsittlich. Doch die Eroberung der Bäder durch die Damenwelt liegt inzwischen auch schon 100 Jahre zurück. So gab es im Laufe der Jahrhunderte sehr verschiedene Ansichten zur Nützlichkeit des Badens. In der Antike zum Beispiel galten Warmbäder als eine Gefahr für die Kriegsfähigkeit des Staates. Im Mittelalter zählte es zu den „sieben größten Freuden“. Eher vorsichtig war man in der Zeit des Barock, denn das Wasser stand im Ruf, durch die Poren der menschlichen Haut einzudringen und Krankheiten hervorrufen zu können. Und am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde „das für die Gesundheit höchst nötige Baden“ neu entdeckt.

Nur Wenigen bekannt und heute kaum noch nachvollziehbar angesichts der Wasserhöhe ist die Existenz von Flussbadeanstalten an der Unstrut. Die Wassertiefe an den Wehren ermöglichte nicht nur ein gemütliches Baden, sondern auch Schwimmwettkämpfe. Beliebt waren auch die sogenannten Wehrstürze, die nichts mit wagemutigen Sprüngen in die Tiefe zu tun haben, sondern eine Art Duscheinrichtung in Zeiten, als es noch keine Druckwasserleitungen gab, darstellten. Dies und andere Historien illustrieren eine wechselvolle Geschichte, die vor allem eines beweist: die Mühlhäuser lieben ihre Bäder.

2009

Zeitsprünge – Mühlhausen-Bilder im doppelten Fokus

18.6.2009–6.9.2009 Museum am Lindenbühl

Alte fotografische Stadtansichten erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit – können doch daran die Entwicklung und Veränderungen einer Stadt nachvollzogen werden. Die Mühlhäuser Museen zeigen deshalb Architekturbilder des Fotografen Otto Schulz (1870 Berlin – 1952 Mühlhausen), ergänzt durch jeweils vergleichende Ansichten aus der heutigen Zeit.
Otto Schulz hat mit seiner Kamera vor allem historische Sehenswürdigkeiten der Altstadt festgehalten – neben Kirchen, Straßenzügen, Bürgerhäusern, der Wehranlage oder prächtigen Portalen auch Fabriken, Schulen und andere Institutionen. Überliefert sind diese zum großen Teil auf den damals verwendeten Glasplatten.

Otto Schulzes Interesse an der Fotografie mag mit der Heirat einer Nichte des bekannten Mühlhäuser Malers und Fotografen Ferdinand Tellgmann (1811–1897) begonnen haben. Dieser begründete eine Fotografendynastie aus Söhnen, Enkeln, Schwägern und Neffen. Einer der (angeheirateten) Neffen war Otto Schulz, der ursprünglich wohl im holzbearbeitenden Gewerbe ausgebildet war. Erstmals findet sich sein Name im Jahr 1898 im Mühlhäuser Adressbuch, und aus dieser Zeit stammen auch seine ältesten Fotografien. Um als Fotograf existieren zu können, übernahm der Autodidakt außerdem die verschiedensten Aufträge, von Portraits über Gruppenaufnahmen (z. B. Belegschaften von Betrieben, Vereine) bis hin zu städtischen Feierlichkeiten. Während seines Kriegsdienstes in den Jahren 1916/1917 kamen noch Kriegsfotografien hinzu. Er arbeitete als Gerichtsfotograf, lieferte Motive für Ansichtskarten, verkaufte aber auch Krawatten und Feuerversicherungen für den „Verein für Feuerbestattungen“ und war Mitglied des „Vereins für naturgemäße Lebens- und Heilweise“.

Die Aufnahmen der historischen Bauten aus heutiger Sicht stammen von dem jungen Fotografen Tino Sieland (* 1976), der schon während seines Studiums der Architektur in Weimar seine Liebe zur Fotografie entdeckte. Heute betätigt er sich in der Architektur-, Werbe- und Pressefotografie.

Zwischen den Aufnahmen liegen über 100 Jahre. Vieles hat sich also verändert – ist umgebaut worden oder gar verschwunden – und manchmal erkennen auch die Älteren die Situation kaum wieder. Die Fotografien sind aber nicht nur wegen der Erinnerung so interessant, sondern sie schildern auch ein Stück Kulturgeschichte. So sind an Häusern und den dazugehörigen Besitzern, die Schulz häufig ablichtete, die Lebensweise der Bürger, ihr Gewerbe, ihr Wohlstand, ihr Selbstbewusstsein ablesbar.

Die 30 in der Ausstellung gezeigten Mühlhäuser Ansichten wurden von Hannelore und Manfred Jacobi, der Enkelgeneration, aus einem umfangreichen Nachlass zusammengestellt.

2009

„Bach, Bäche und mehr“ – Aspekte der Mühlhäuser Musikgeschichte

7.5.2009–6.9.2009   Museum am Lindenbühl

Der Titel der Ausstellung im Museum am Lindenbühl ist eine Reminiszenz an Beethovens Ausruf: „Nicht Bach – Meer sollte er heißen“ – ein treffendes Bild für die Fülle von Werken aus Bachs Feder und seiner musikalischen Ideen.

Dabei waren die Lebensbedingungen in jenem Jahr, als Bach nach Mühlhausen kam, nicht vielversprechend. Nur zwei Wochen bevor Bach seinen Vertrag als Organist am 14./15. Juni 1707 unterzeichnete, brannten große Teile der Stadt ab. Die Not war existentiell und so konnten drei Ratsherren den Umlauf zu Bachs Wahl nicht unterschreiben, weil sie weder Tinte noch Feder besaßen. Dennoch gelang es Bach, ein jährliches Gehalt von 85 Gulden auszuhandeln, etwa 5400 €, womit seine Einkünfte über denen seiner Vorgänger lagen – Zahlungen in Form von Naturalien, wie Holz und Getreide werden noch hinzugerechnet, wie in der Bestallungsurkunde extra vermerkt. Überzeugt hatte Johann Sebastian Bach die Mühlhäuser Arbeitgeber mit der Aufführung der Oster-Kantate „Christ lag in Todes Banden“.

In der freien Reichsstadt war Bach musikalisch in guter Gesellschaft, konnte Mühlhausen doch auf eine lange Tradition mit Namen wie Joachim von Burck, Johannes Eccard, Michael Praetorius, Heinrich Schütz oder die der beiden Ahles zurückblicken. Zu seiner Tätigkeit als Organist der Blasiuskirche kamen andere Aufgaben hinzu – Orgelspiel in „St. Marien“ und der Magdalenenkirche, wahrscheinlich auch in „Allerheiligen“ und „St. Crucis“, Arbeit mit dem Chor und den Stadtpfeifern, Begleitung von Hochzeiten und Beerdigungen. Geschätzt war Bach auch als Orgelfachmann. Sein Vorschlag zum Umbau der Orgel in Divi Blasii wurde zwar erst nach seinem Weggang realisiert, aber er reiste zur Begutachtung derselben an. Es war auch niemand anderes als Albert Schweitzer, der in den 50ern des 20. Jahrhunderts empfahl, die Bachsche Disposition wiederherzustellen.

Die berühmteste Komposition Bachs aus Mühlhäuser Zeit ist ohne Zweifel die Ratswechselkantate von 1708, die mit den optimistischen Worten „Gott ist mein König von altersher, der alle Hilfe tut…“ beginnt. Bach unterschrieb sie damals nach italienischer Manier mit Gio. Bast. Bach (Giovanni Bastiano Bach). Sie blieb die einzige zu seinen Lebzeiten gedruckte Kantate, wodurch sich der Mühlhäuser Rat einen historischen Verdienst erwarb. Diese Kantate kann der Besucher in der Ausstellung hören. Das Gesellenstück eines Diedorfer Orgelbauers veranschaulicht die Funktionsweise einer Orgel; außerdem können Orgelpfeifen aus nächster Nähe betrachtet werden. Anhand von Tafeln mit vielen Abbildungen ist die Mühlhäuser Zeit Bachs wissenschaftlich, aber allgemeinverständlich und umfassend dargestellt. Bis heute daraus erwachsende Traditionen, wie die Arbeit der Kreismusikschule „Johann Sebastian Bach“ oder des Mühlhäuser Bach-Chores, werden gewürdigt.

Johann Sebastian war übrigens nicht der einzige aus der weitverzweigten Musikerfamilie Bach, der in Mühlhausen tätig war. Ihm folgten Johann Friedrich Bach, ein Vetter, ebenfalls aus Eisenach stammend, als Organist an der Blasius-Kirche und sein dritter Sohn Johann Gottfried Bach, der in der Marienkirche spielte. Die Bedeutung Bachs ist heute unbezweifelt; die Barockmusik wäre ohne ihn nicht denkbar, und es sind die Musikerkollegen, die das zum Ausdruck brachten, z. B. wenn Max Reger sagte, dass Bach „Anfang und Ende aller Musik“ wäre und Robert Schumann gar, dass „wir alle Stümper gegen ihn“ seien.

2009

Blickwechsel – Das Baltikum aus zwei Perspektiven
Fotografien von Albinas Kuliešis (Ukmerge) und Thomas T. Müller (Mühlhausen)
Ein Kooperationsprojekt mit dem Museum Ukmerge/Litauen

3.3.2009–7.6.2009   Museum am Lindenbühl

Die Ausstellung zeigt Motive aus Litauen und dessen Nachbarstaaten Lettland und Estland. Der „Blickwechsel“ ergibt sich aus der Innen- und Außensicht zweier Fotografen auf das Baltikum. Für die Sicht des Einheimischen ist der litauische Fotograf Albinas Kuliešis zu Gast in Mühlhausen. Die Außensicht wird durch Thomas T. Müller, Direktor der Mühlhäuser Museen und begeisterter Baltikum-Reisender, gegeben.

Der 1959 in Toliūnai, nahe Ukmerge, geborene Kuliešis studierte Fotografie in Vilnius und zeigte seine Arbeiten seit 1980 in mehreren Ausstellungen in Litauen und Übersee. In verschiedenen Fotobänden wie „The Moments of a Trip Round Lithuania“ oder „Kelionės po Lietuva akimirkos“ veröffentlichte er seine Fotos. Auch mit Gedichtbänden hat sich der schreibende Fotograf in seiner Heimat einen Namen gemacht.

Thomas T. Müller studierte in Göttingen Geschichte und ist seit 2006 Direktor der Mühlhäuser Museen. Neben dem wissenschaftlichen Interesse zog es Müller auch als Fotograf immer wieder in den Osten Europas. Seine Foto-Ausstellung über Transsilvanien wurde u.a. in Mühlhausen, Sibiu (Rumänien) und in Brüssel (Belgien) gezeigt. Mit dem Baltikum beschäftigte er sich fotografisch bereits für die Exposition „Von der Ostsee zum Altai“, die 2002 und 2003 in Heiligenstadt und Duderstadt zu sehen war.

An Klischees orientiert sich keiner der beiden Fotografen. Dennoch scheinen die Motive eine Sicht wiederzugeben, wie sie vor dem inneren Auge entsteht, wenn man weiß, dass die Landschaft des Baltikums von langgestreckten Dünen und ausgedehnten Wäldern geprägt ist. Bei Kuliešis ist es die Vereinzelung der Motive, die diese charakteristisch und einprägsam werden lassen. So einsam wie das Totholz oder das Boot am Strand sind auch die – eher seltener dargestellten – Menschen. In ihrer Vereinzelung strahlen sie Ruhe und Gelassenheit aus – was beim mitteleuropäischen Städter eine Assoziation paradiesischer Zustände hervorruft. Doch das Baltikum befindet sich seit Jahren in Aufbruchsstimmung und ruft im Besucher wach, was nach der politischen Wende in Deutschland 1989 erlebt wurde. So halten die Fotografien auch den spannungsvollen Wechsel zwischen dem Wandel einer Gesellschaft und der Stetigkeit der Natur, zwischen Tradition und Innovation fest.