Reformation und Rebellion: Mühlhausen und der Bauernkrieg
Im Zentrum der Ausstellung stehen die Ereignisse in und um Mühlhausen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Persönlichkeiten, die sich von den Lehren Martin Luthers lösten und eigene, teils radikale reformatorische Ideen entwickelten. Theologen – so z. B. Thomas Müntzer - prägten die Entwicklung in Thüringen ebenso wie engagierte Frauen, darunter Katharina Kreutter eine Bürgerin Mühlhausens. Es wird eindrücklich gezeigt, wie diese Akteure für die Reformation einstanden und dabei in Konflikt mit etablierten Kräften gerieten.
Besondere Schätze: Bauernwehr, Bauernkriegsgroschen und Gemälde von Heinz Zander
Zu den besonderen Exponaten zählen sogenannte Bauernwehren – Messer, die der ländlichen Bevölkerung zur Verteidigung dienten. Die Exemplare aus der archäologischen Sammlung können als einzige der bekannten Stücke direkt den Ereignissen um den Bauernkrieg zugeordnet werden. Sie stammen aus archäologischen Grabungen im Unstrut-Hainich-Kreis.
In Eigenrieden, wenige Kilometer von Mühlhausen entfernt, wurde eine Münzschatz ausgegraben, der um 1525 verborgen wurde. Das Besondere ist die Schlussmünze, die das Alter des Schatzes preisgibt: der „Bauernrkiegsgroschen“. Dieser Groschen wurde in Mühlhausen 1525 geprägt, als der „Ewige Rat“ die Stadt regierte. Er war im Zusammenhang mit den Aufständen hier gewählt und nach der Niederlage der Bauern wieder abgesetzt worden.
Der Bauernkriegszyklus von Heinz Zander gilt als eines der Hauptwerke des Malers der Leipziger Schule. Er malte die Gemälde 1975 für die Gedenkstätte Deutscher Bauernkrieg und bildete in drastischer Weise die Ereignisse des Bauernkriegs in Thüringen ab. Diese frühen Arbeiten besitzen bereits Züge des unverkennbaren Spätwerks des Künstlers und die kräftige Farbigkeit transportiert Wertungen und Emotionen.
Ebenfalls zu sehen ist das monumentale Zinnfigurendiorama „Schlacht bei Frankenhausen“. Das 1983 von Erwin Ortmann geschaffene Werk ist mit über 3000 detailreichen Figuren das größte Diorama zum Bauernkrieg überhaupt. Eine begleitende Multimediastation vertieft die Darstellung und bietet zusätzliche Einblicke in den Verlauf der Schlacht.
Museumspädagogische Angebote in der Ausstellung
- Multimediastation
- Hörstationen
- Fühlstation