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Siegfried Böhning

2020

Siegfried Böhning - Entlang der Zeit - Malerei und Grafik

Kulturhistorisches Museum vom 16.01.2020 bis 15.03.2020

Siegfried Böhning zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern in Nordwest-Thüringen. Seine durch Abstraktion gekennzeichneten Landschaftsgemälde sind für sein Schaffen besonders charakteristisch. Der Bezug zur Heimat Böhnings, der vorzugsweise als Maler, Grafiker und Zeichner, aber auch als Schöpfer von Collagen in Erscheinung tritt, ist immer offenkundig geblieben. Die archaische Landschaft um Bollstedt mit ihren Tongruben, Wiesen und Feldern; all das war und ist für Siegfried Böhning stets inspirative Quelle.

Mit einer vom Naturvorbild losgelösten, freien Gestaltungsweise beschritt er innerhalb des regionalen Kunstgeschehens der letzten Jahrzehnte Neuland. Seine Gemälde reflektieren unterschiedlichste Farbwirkungen von leicht gedämpft bis intensiv und thematisieren beispielsweise auch den Wechsel von Tages- und Jahreszeiten und die damit verbundenen Stimmungen. Dass Böhnings Landschaften auch immer Ausdruck des eigenen Empfindens sind und damit ein Stück Seele offenbaren, beeindruckt den Betrachter jener Werke gleichermaßen. Hinzu kommen seit den letzten Jahren zahlreiche Serien mit Materialcollagen, die von der Vielseitigkeit des Künstlers zeugen.

Die Personalausstellung widmet sich vor allem dem aktuellen Schaffen Böhnings und präsentiert viele bislang nicht gezeigte Werke. Sie ist darüber hinaus dem Künstler zum 70. Geburtstag gewidmet.

Carl Gottfried Pfannschmidt: Kopfstudie einer jungen Frau im Halbprofil, Öl auf Leinwand, um 1840

2019

"Diener der Schönheit" - Carl Gottfried Pfannschmidt (1819-1887)

Kulturhistorisches Museum vom 13.09.2019 bis 13.12.2019

Der Kunstlehrer der deutschen Kaiserin Victoria kam aus Mühlhausen! Ab 1858 unterrichtete Carl Gottfried Pfannschmidt die damalige Prinzessin in Berlin. Erstmals seit rund 150 Jahren widmen die Mühlhäuser Museen dem großen Sohn der Stadt zu dessen 200. Geburtstag nun eine umfangreiche Werkschau im Kulturhistorischen Museum.

Der in Mühlhausen geborene Pfannschmidt zeigte schon in seiner frühen Jugend eine außerordentliche Begabung beim Zeichnen. Sein Talent fand Unterstützung von Bürgermeister Karl Theodor Gier und Friedrich August Stüler, dem Architekten des Königs. Dank der beiden Förderer konnte Pfannschmidt bereits mit 15 Jahren sein Studium an der Akademie der Künste in Berlin antreten.

Mit seiner romantisch-religiösen Kunst zählt er zu den wichtigsten Berliner Malern des 19. Jahrhunderts. Unter Peter von Cornelius gestaltete Pfannschmidt die Wandmalerei des Alten Museums auf der Berliner Museumsinsel mit. Seine Skizzen zu den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fresken geben einen einzigartigen Eindruck der monumentalen Wandgemälde des Museums wider.

Zu weiteren herausragenden Werken des Künstlers zählen Malereien in der Schweriner Schlosskapelle, der Marienkirche in Barth oder im Mausoleum des preußischen Königs am Schloss Charlottenburg. Weiter gestaltete er Glasfenster für den Magdeburger Dom und Kirchen in Stuttgart oder Hof.

Schwangeres Sommerengelchen in einem duftigen Sommerkleidchen mit einem oft gebrauchten Sommersonnensonnenschirm

2019

Schönheiten und Ungeheuer - Sonderausstellung zum 80. Geburtstag von Heinz Zander

Kulturhistorisches Museum vom 14.04.2019 bis 28.07.2019

Heinz Zander zählt zu den bedeutendsten Vertretern der sogenannten Leipziger Schule. Seine unverwechselbare Formensprache und Motivik, die vom Stilempfinden Alter Meister und insbesondere von Matthias Grünewald inspiriert sind, eröffnet dem Betrachter eine Welt voller skurriler Gestalten. Diese erscheinen meist als liebevolle Karikaturen ihrer selbst, wobei der Künstler sogar in seinen Selbstporträts stets deutliche ironische Untertöne mit einfließen lässt. Hintergründiger Humor geht in Zanders Werken einher mit solchen großen Themen wie Schönheit, Vergänglichkeit, Erotik oder Morbidität. So wundert es auch nicht, dass Schönheiten und Ungeheuer als scheinbare Gegensätze in vielen seiner Arbeiten vereint sind. Dabei geht Zander derart subtil in seiner Schilderung vor, dass selbst einem Wesen mit monstergleichen Zügen noch etwas Ästhetisches abzugewinnen ist. Zander erreicht dies durch eine feine Linienzeichnung und eine nuanciert abgestimmte Farbwahl. Gleichzeitig steckt jedes einzelne seiner Gemälde voller rätselhafter Symbolik und regt den Betrachter durch die humoristischen Titel jeweils zu deren Entschlüsselung an.

Die Ausstellung zeigt ca. 70 Gemälde und Zeichnungen vor allem aus Heinz Zanders jüngster Schaffensphase und ist dem Künstler darüber hinaus zum 80. Geburtstag gewidmet.

Ausstellungsplakat: Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

2017

Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

02.04.2017 - 14.01.2018   Kulturhistorisches Museum

Pferde gelten seit jeher als treue Begleiter des Menschen. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier geht über die Epochen hinaus. Anhand vielfältiger plastischer und bildlicher Darstellungen von herausragenden Künstlern wird die Kunst- und Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Entwicklung vom Nahrungslieferanten zum Haustier, militärischem Einsatztier sowie Herrschersymbol und Prestigeobjekt nachgezeichnet. Die gezeigten Exponate vermitteln daher eine Kulturgeschichte der vergangenen dreitausend Jahre.

Mit der Domestizierung des Wildpferdes gewannen die Tiere an symbolischer Bedeutung, die auch über die Jahrtausende hinaus erhalten bleiben sollte. Ein aus dem Vorderen Orient stammendes Relief aus dem 9. Jh. v. Chr. zeigt die Tiere in Kriegsszenen und bei königlichen Jagden. Die qualitätsvollsten Arbeiten, wie etwa der Reiterfries am Parthenon auf der Akropolis in Athen, entstanden im 6. bis 3. Jh. v. Chr. im antiken Griechenland. Dazu gehören auch die griechischen Vasenmalereien, auf denen sich Pferdedarstellungen ausgesprochener Beliebtheit erfreuten.
Im Mittelalter prägten primär christliche Themen die Kunst, wobei Pferde in der Regel stilisiert und anatomisch ungenau wiedergegeben wurden.
In der Renaissance besannen sich Künstler wie Albrecht Dürer auf die Antike und naturalistische Pferdedarstellungen zurück. Sein Heiliger Eustachius und die vier apokalyptischen Reiter sind Meisterwerke des Holzschnitts.Die emotionale Ausdruckskraft des Tiere nutzten Peter Paul Rubens und seine Nachfolger in Jagdszenen, Heiligendarstellungen oder Herrscherporträts.

In der niederländischen Malerei entstanden in der 2. Hälfte des 17. Jh. Gemälde, bei denen das Pferd das Hauptmotiv bildet, zum Beispiel bei Philips Wouwerman. Im 18. Jh. war der Pferdesport in England so bedeutend, dass man eigens Pferdeporträts anfertigen ließ, von denen die wichtigsten von George Stubbs und Sawrey Gilpin stammen.
Im 19. Jh. erfuhr das Pferd als Statussymbol eine außerordentliche Wertschätzung, so dass sich einzelne Maler auf dieses Sujet spezialisierten. Werke von Carle Vernet, Albrecht Adam, Franz Krüger, Emil Adam, Wouterus Verschuur oder Wilhelm Camphausen zählen hier zu den herausragenden Arbeiten. Mit der Wende zum 20. Jh. wandelte sich die Darstellungsform hin zu Pferdeszenen im impressionistischen Stil, wie Max Liebermann sie gestaltete. Darüber hinaus sind surrealistische Verfremdungen des Themas in Form von Lithografien Salvador Dalís in der Ausstellung vertreten.

Rüdiger Koch: Lichte Landschaft. 1991

2016-2017

Ein Sammlerleben zwischen Otto Paetz, Rüdiger Koch und Werner Tübke - Ausgewählte Werke aus der Kunstkollektion von Dieter Fechner

16.09.2016 - 05.02.2017   Kulturhistorisches Museum

Ein absoluter Glücksfall für die Mühlhäuser Museen: Der seit vielen Jahren als Autor und Regionalforscher tätige Mühlhäuser Bürger Dieter Fechner entschloss sich im Frühsommer 2016, seine etwa 90 Werke umfassende private Kunstsammlung den Mühlhäuser Museen als Schenkung zu überlassen.
Die Sammlung besteht vor allem ausaus grafischen Arbeiten und Zeichnungen, anthält aber auch einige Gemälde und Aquarelle. Häufig sind Landschaftsschilderungen, Genreszenen oder Porträts dargestellt. Es finden sich Werke von Werner Tübke, Fritz Cremer, Armin Münch, Otto Paetz, Jost Heyder, Rüdiger Koch, Walter Herzog, Arno Mohr, Rolf Münzner, Baldwin Zettl und Werner Schubert-Deister.
Unter den weiteren Arbeiten sind die der Mühlhäuser Künstler Karl Ortelt, Walter Krause, Carl Michel, Siegfried Böhning, Franz Prinich und Katrin Prinich-Heutzenröder hervorzuheben.

Dank der großzügigen Geste Fechners können die Sammlungen der Mühlhäuser Museen um wichtige Arbeiten der Thüringer Kunst des 20. Jahrhunderts wie auch von überregional bedeutenden Künstlern der Gegenwart bereichert werden.
Die wichtigsten Werke wurden anlässlich der Schenkung im Rahmen einer Kabinettausstellung im Kulturhistorischen Museum gezeigt. Damit sollte eine repräsentative Auswahl der Öffentlichkeit vorgestellt und zugleich auf das große Engagement Dieter Fechners verwiesen werden, der im Jahr 2016 seinen 80. Geburtstag feierte.

Adolf Krause: "Belvedere mit rotem Turm in Weimar", 2004

2016

Stationen einer Reise - Werke des Thüringer Malers Adolf Krause

29.04.2016 - 30.10.2016   Kulturhistorisches Museum

Bereits in jungen Jahren hat sich der Weimarer Maler Adolf Krause (geb. 1935) durch eine Lehre als Dekorationsmaler und während seines Studiums zum Kunsterzieher (1956–1961) intensiv mit seinem Metier beschäftigt. Er stand später mit den bekannten Thüringer Künstlern Otto Knöpfer (1911–1993) und Otto Paetz (1914–2006) in regem Austausch und dürfte besonders von letzterem zahlreiche Inspirationen für eines seiner bevorzugten Bildthemen empfangen haben: das Sujet Landschaft.

Egal ob es sich um die norwegischen Fjorde, provenzalische Impressionen aus Südfrankreich oder um einheimische Motive wie die thüringische Landschaft um Kahla handelt: Adolf Krause fängt die jeweiligen Eindrücke häufig mit einer sinnlichen Farbgebung und bewusst gesetzten Lichtakzenten ein. Dabei erinnern seine Arbeiten in ihrer Lichtführung und manchmal skizzenhaften Andeutungen an die letzte Generation der Weimarer Malerschule. Komplementäre Farbakkorde weisen auf expressionistische Werke, mitunter stärker geometrisierte Stadt- oder Dorflandschaften auf das Erbe kubistischer Kunst hin.
All dies vereint Adolf Krause in souveräner Manier in seinen Arbeiten und gewinnt dabei besonders seinen Landschaften eine ganz eigene Note ab, welche dem Betrachter einerseits eine Vorstellung über ihren grundsätzlichen Charakter vermittelt, andererseits deren individuelles Erleben für Krause deutlich macht. Nicht nur diese persönlich geschilderten Landschaften sind für Adolf Krause ebenso wie seine Portraits und Stillleben, seine Entwürfe und Skizzenbücher, „Stationen einer Reise“.

Günther Jahn, Ziege aus Mecklenburg. 2006

2016

Fabelhafte Fantasien
Günther Jahn und sein künstlerisches Umfeld in Thüringen

11.03.2016 - 30.10.2016   Kulturhistorisches Museum

Nur wenige Thüringer Künstler der vergangenen Jahrzehnte haben zu einer solch originellen und gleichzeitig unverwechselbaren Bildsprache gefunden wie Günther Jahn. Besonders in seinem malerischen Werk entfalten sich seine charakteristischen, fantasievollen Universen. Der 1933 in Sondershausen geborene Jahn erfand in seiner Welt ein schier unendliches Sammelsurium an Gestalten. Er setzte Menschen, Tiere, aber auch fantastische Gebäude und Apparaturen häufig vor tiefliegendem Horizont in Szene, um ihnen eine geradezu monumentale Wirkung zu verleihen.

Während er sich zunächst an den Werken der „Alten Meister“ wie etwa Albrecht Dürer orientierte, fand er bald seinen ganz eigenen Stil. Dies gilt auch für Jahns Zeichnungen, seine Aquarelle und Pastelle. Seine vor allem in den 1960er Jahren entstandenen Holzschnitte zeigen noch eine starke Rezeption der Vorkriegsmoderne und weisen Anklänge an expressionistische Arbeiten auf. Dies brachte ihn zwischen 1964 und 1968 auch mit der Erfurter Ateliergemeinschaft in Berührung, die als Forum für nicht regimetreue und aus dem offiziellen Kunstbetrieb verbannte Künstler in der DDR fungierte.

Neben Gemälden und Grafiken Günther Jahns zeigte die Ausstellung einige Arbeiten seiner Künstlerkollegen und -freunde Alexander von Szpinger, Heinz Scharr und Werner Schubert-Deister sowie grafische Werke aus der Zusammenarbeit mit der Erfurter Ateliergemeinschaft zwischen 1964 und 1968. Surreal anmutende Gemälde Jahns wurden außerdem gemeinsam mit vergleichbaren Werken weiterer Thüringer Künstler wie Karl Ortelt und Horst Sakulowski präsentiert.

Foto: Marion Walther: Blaue Büste, 2007

2015

Zwischen Erde und Traum
Marion Walther – Keramische Objekte und grafische Blätter aus drei Jahrzehnten

13.11.2015 - 31.01.2016   Kulturhistorisches Museum

Mit ihren keramischen Objekten und grafischen Arbeiten zählt Marion Walther zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern der Region. Sie war an der Initiierung zahlreicher wichtiger Institutionen beteiligt und öffnet seit Jahrzehnten auch als Lehrerin Schülern aller Altersstufen und mit verschiedensten Fähigkeiten den Zugang zur Kunst. Die Mühlhäuser Museen widmeten der Keramikkünstlerin Marion Walther 2015 eine große Werkschau. In diesen Tagen feierte die Thüringer Künstlerin auch ihren 60. Geburtstag.

Bereits 1990 gründete Marion Walther gemeinsam mit befreundeten Künstlerkollegen den Kunstwestthüringer e.V. und übernahm von 1999 bis 2002 auch dessen Vorsitz. 2001 etablierte die Mühlhäuserin in Gemeinschaft mit anderen Künstlern die aktuell von ihr geleitete Mühlhäuser Jugendkunstschule, außerdem unterrichtet sie seit 2006 an der Freien Gemeinschaftsschule „Janusz Korczak“.

Die Symbiose von keramischen und grafischen Gestaltungsprozessen ist eines der wesentlichsten Merkmale von Walthers Arbeiten. Dabei hat sie der Gattung Keramikskulptur in Nordwestthüringen eine eigene Wertigkeit verliehen, frei von ausschließlich kunsthandwerklichen Ansätzen. Durch den Werkstoff Ton wirken die Arbeiten einerseits erdverbunden, andererseits durch ihre unabhängige Formensprache auch frei und losgelöst vom Material. Symbolhaft gesprochen bewegen sich die Werke zwischen Erde und Traum.
Das Besondere der ihr gewidmeten Ausstellung der Mühlhäuser Museen war nicht nur die Zusammenstellung charakteristischer Werke aus 25 Jahren künstlerischer Entwicklung. Darüber hinaus bot sich außerdem die Gelegenheit, zahlreiche Arbeiten in Augenschein nehmen zu können, die ansonsten in privaten Sammlungen aufbewahrt sind. In dieser Jubiläumsschau konnten sie endlich einem größeren Publikum gezeigt werden.

Zur Ausstellung ist ein umfangreich bebilderter Katalog erschienen.

Ralf Klement: Koffer. 2014

2015

Fernweh - Heimweh. Ralf Klement und Freunde

10.07.2015 - 27.09.2015   Kulturhistorisches Museum

Ralf Klement zählt zu den überregional bekanntesten und vielseitigsten Künstlern Nordwestthüringens. Stets offen für die unterschiedlichsten Genres, gilt sein schöpferisches Interesse in jüngerer Zeit neben der Malerei vor allem der von ihm teilweise ins Monumentale gesteigerten Holzskulptur.
Aus Anlass des 65. Geburtstages von Ralf Klement in diesem Jahr zeigt das Kulturhistorische Museum unter dem Titel „Fernweh – Heimweh“ eine Jubiläumsschau vor allem mit neueren Arbeiten des auch international erfolgreich agierenden Künstlers.

Der Titel dieser Schau macht deutlich, dass es um eine Quintessenz des bisherigen künstlerischen Werdegangs geht, in dem das Fernweh, Heimweh und das damit verbundene Reisen eine wesentliche Inspirationsquelle seines Schaffens darstellen.

Ergänzt werden die Werke Klements durch die Arbeiten verschiedener Freunde und Weggefährten, die der gebürtige Erfurter durch die Beteiligung an zahlreichen Symposien rund um den Globus kennengelernt hat. Darunter finden sich Arbeiten von bedeutenden zeitgenössischen Künstlern wie Brunivo Buttarelli, Norio Takaoka, Angelica Tulimiero, Bernhard Jäger, Stefan Wehmeier und Verena Guther.

Lindner - Wenn ich arbeite

2014

Wahlverwandtschaften

8.8.2014 - 14.9.2014  Kulturhistorisches Museum

Der Titel dieser Sonderschau steht für eine erfolgreiche und bereits im vergangenen Jahr etablierte Ausstellungsreihe in Thüringen, die auf die Zusammenarbeit der vier Mühlhäuser Künstler Siegfried Böhning, Ulrich Eifler, Katrin Prinich-Heutzenröder und Marion Walther mit dem Erfurter Gestalter Thomas Lindner zurückgeht. Die präsentierten Werke sind das ausdrucksstarke Ergebnis eines Schaffensprozesses aller Beteiligten, in den die gemeinsam ausgewählten Arbeiten früherer Werksphasen sowie jeweils bereitgestellte typische Arbeitsmaterialien der Künstler integriert werden. Auf diese Weise entstehen verschiedenste Objekte wie Collagen, Assemblagen, Grafiken, Plastiken, Fotografien u.a., die stark miteinander kontrastieren und die Grenzen ästhetischer Vereinbarkeit ausloten.
Die gattungsübergreifende Arbeitsweise und die gegenseitige Bezugnahme auf das jeweilige Oeuvre des anderen eröffnen den Schaffenden Inspirationen für neue Ansätze und Formen in ihrem Werk. Für den Betrachter der Objekte wiederum halten sie eine Vielzahl von Assoziationen und interpretatorischen Möglichkeiten bereit.

2013-2014

HAP Grieshabers Totentanz von Basel

6.9.2013 - 21.4.2014  St. Marien, Müntzergedenkstätte

Im christlich geprägten Mittelalter, in dem man das „ideale“ Sterben als Prozess ansah, der dem Sterbenden Zeit und Gelegenheit ließ, seine weltlichen Angelegenheiten zu ordnen und seinen Frieden mit Gott zu machen, wurde mit dem „memento mori“ der bildnerischen Totentänze und Totentanzbücher eindringlich die auch verbal kommentierte Mahnung gegeben, stets auf einen unerwarteten Tod vorbereitet zu sein. Bekannte Beispiele sind Michael Wolgemuts „Der Tanz der Gerippe“ aus der Schedelschen Weltchronik (1493) und Hans Holbeins d. J. „Bilder des Todes“ (1554). Vor allem Holbeins Darstellungen des Totentanzes sind prägend für die meisten Totentanzfolgen der späteren Zeit geworden. Durch die Jahrhunderte haben sich Künstler immer wieder mit dem Thema des Totentanzes auseinandergesetzt. Dabei griffen sie individuelles Leid ebenso auf wie den aus der christlichen Vorstellungswelt stammenden „Vanitas-Gedanken“ – also das Bewusstsein von der Vergeblichkeit menschlichen Tuns – oder auch jene generalisierenden apokalyptischen Visionen, die an den Bruchstellen gesellschaftlicher Entwicklungen verstärkt das öffentliche Bewusstsein bestimmten. Nur exemplarisch sei in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts auf Arbeiten zum Totentanz von Alfred Kubin, Käthe Kollwitz, Felix Nussbaum und Wilhelm Morgner verwiesen. Auch HAP Grieshaber (1909–1981), einer der bedeutendsten Holzschneider in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts, hat sich in seiner 1966 entstandenen Holzschnittfolge „Der Totentanz von Basel“ dieses Themas angenommen. Er griff dabei in der Darstellung der Standespersonen – vom Papst über den Kaiser bis zum Bauer – und in den kommentierenden Dialogen spätmittelalterliche Traditionen und Vorlagen auf, die auf eine seinerzeit berühmte, aber 1806 zerstörte und nur in Büchern überlieferte Totentanz-Malerei am Dominikanerkloster zu Basel zurückgehen, verband sie aber in moderner Formensprache mit Attributen heutigen Lebens und machte damit die Zeitlosigkeit des Themas deutlich. Die aus dem Sammlungsbestand der Mühlhäuser Museen konzipierte Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl der insgesamt 40 Farbholzschnitte umfassenden Folge. In prägnanter künstlerischer Gestaltung weist sie auf die ewige Gültigkeit des Dualismus „Leben – Tod“ hin und baut zugleich eine Brücke zum diesjährigen Premiumprojekt unseres Hauses, der Sonderschau „Umsonst ist der Tod! Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation“ im Museum am Lindenbühl.

2011

Sichtungen und Einblicke. Zur künstlerischen Rezeption von Reformation und Bauernkrieg im geteilten Deutschland

Ein Kooperationsprojekt der Mühlhäuser Museen mit dem Bauernkriegsmuseum Böblingen

30.9.2011–4.12.2011 Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

Für die im Jahre 1949 gegründete DDR, die sich als Arbeiter-und-Bauern-Staat verstand, war der Deutsche Bauernkrieg von besonderer Bedeutung, da sie aus diesem historischen Ereignis einen wesentlichen Teil ihrer Selbstlegitimation bezog. Dies manifestierte sich besonders im Jahre 1975, als aus Anlass des 450. Jubiläums des Deutschen Bauernkrieges in Mühlhausen die Zentrale Gedenkstätte „Deutscher Bauernkrieg“ gegründet wurde. Schon im Vorfeld dieses Jubiläums war der Bauernkrieg ein kulturpolitisch gefördertes Thema der künstlerischen Rezeption. Doch auch die Reformation avancierte im Zusammenhang mit ihrer Einbeziehung in das wissenschaftliche Konstrukt einer „frühbürgerlichen Revolution“ spätestens seit dem Luther-Jubiläum 1983 zu einem auch künstlerisch vielfach reflektierten Thema.

In der Bundesrepublik nahm die Reformation generell eine bedeutendere Stellung in der künstlerischen Rezeption ein als der Bauernkrieg. Dennoch gab es vor allem im süddeutschen Raum, in dem die Erinnerung an dieses historische Ereignis besonders lebendig geblieben war, immer wieder Künstler, die sich dem Thema Bauernkrieg widmeten. Als Beispiel mag hier der international bekannte Holzschneider HAP Grieshaber genügen.

Als zeitliche Zäsur für die Auswahl der in der Ausstellung vorzustellenden Kunstwerke dient das Jahr 1970, in dem Bundespräsident Gustav Heinemann seine weit beachtete Bremer Rede zum deutschen Geschichtsbewusstsein hielt, die auch einen deutlichen Aufschwung zunächst der historischen, dann auch der künstlerischen Rezeption des Deutschen Bauernkrieges mit sich brachte.

In zeitlicher Parallelität begann auch in der DDR im Hinblick auf das Bauernkriegs-Jubiläum 1975 eine rege künstlerische Tätigkeit. Wenn auch nach der Wende und im Zuge der deutschen Wiedervereinigung oftmals und undifferenziert als „Staatskunst“ angesehen, haben sich doch viele gültige Kunstwerke aus dieser Zeit erhalten. Erstmals soll eine Auswahl der seit 1970 im Osten wie im Westen Deutschlands entstandenen künstlerischen Arbeiten in der Exposition gemeinsam vorgestellt werden.

2010

Marion Walther – Grafik und Keramik
15.9.2010–31.10.2010 Museumsgalerie Allerheiligenkirche

In ihren keramisch-plastischen Arbeiten sucht Marion Walther weniger das geschlossen harmonisch Vollendete, sondern eher das Fragmentarische, in dem der Werkstoff Ton seinen Charakter erhalten hat. Dies wird durch grafische Strukturen betont. Hierdurch ergibt sich in den Werken eine geheimnisvolle Botschaft, und es ergeben sich wichtige Berührungspunkte von keramischen Formen und grafischen Elementen. Marion Walther setzt in ihren Arbeiten auch Texte ein. Teilweise werden sie zu grafischen Strukturen. Grafisches als Form und Linie sind in ihrem gesamten Werk wichtiger als die Farbe, die zwar auch eingesetzt wird, aber nicht als Bemalung, sondern vor allem als Betonung des keramischen Werkstoffes.

Seit einiger Zeit haben im Werk von Marion Walther figürliche Elemente einen wichtigen Platz eingenommen, wodurch sich die Tendenz zur plastischen Keramik verstärkt hat. Teilweise sind ihre vom Motiv her bedeutsamen Wächterinnen mit Kugeln verbunden, die sie im Sinne einer Installation mit einem Stahlsockel vereint, um die Wirkung auch einer solchen Materialkombination zu prüfen. All das verweist darauf, dass Marion Walther in ihrer Arbeit ständig in Bewegung ist, dass sie unaufhörlich verbindet und prüft, um wiederum Neues zu finden und den Rahmen ihrer Botschaften an den Betrachter zu erweitern.

2009/2010

Zwischen Wald und Welt: Der Kunstraum Thüringen im 20. Jahrhundert. Malerei und Grafik – Exempel im Kontext
Ein Kunstprojekt der Mühlhäuser Museen in Zusammenarbeit mit dem Literaturmuseum „Theodor Storm“, Heilbad Heiligenstadt und dem Stadtmuseum im Augustinerkloster, Bad Langensalza

26.9.2009–5.4.2010

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens unserer Sammlung Thüringer Kunst präsentieren die Mühlhäuser Museen 2009/2010 ein Großprojekt, das dem Kunstraum Thüringen in Geschichte und Gegenwart gewidmet ist. Mit einer Reihe von Ausstellungen, in die auch die benachbarten Museen in Heilbad Heiligenstadt und Bad Langensalza als Projektpartner einbezogen sind, bieten wir Einblicke in die Kunstgeschichte Thüringens im 20. Jahrhundert, stellen Einzelaspekte und exemplarische Künstlerpersönlichkeiten vor, verweisen auf kunsthistorische Zusammenhänge und kulturpolitische Konditionen, machen Traditionen und Entwicklungen, Verwerfungen und Brüche in dieser Kunstlandschaft deutlich.

Thüringen – das bezeichnet eben nicht nur eine geografisch, historisch und politisch determinierte Region, sondern auch und vor allem einen altehrwürdigen Kultur- und Kunstraum, in dem Größen und Grenzen, aufragende Gipfel, weithin ausgreifende Höhenzüge und flache Niederungen seit jeher eng beieinander lagen. Im Auf und Ab dieser bewegten kulturellen Topografie im „grünen Herzen Deutschlands“ stellen die musikalischen und literarischen Traditionen leuchtende Gipfelpunkte dar. Die bildkünstlerischen Leistungen indes sind im Lande lange Jahrzehnte nur selektiv wahrgenommen worden. Ganze Wurzelgeflechte an kunsthistorischen Zusammenhängen bleiben zu erkunden, die Leistungen vieler hier wirkender Künstlerpersönlichkeiten sind wiederzuentdecken und neu zu bewerten.

Das Mühlhäuser Großprojekt will den Kunstraum Thüringen in seiner Breite und im Kontext der Zeit vorstellen. Es verweist auf herausragende Leistungen, bietet aber auch spannende Exkursionen ins halb Vergessene und ins weniger Bekannte, um schließlich den Bogen bis zur lebendigen Kunstszene der Gegenwart zu schlagen.

2009/2010

Kaleidoskop. Alfred T. Mörstedt – Malerei und Grafik 

Exkursausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Stadtmuseum Bad Langensalza)

2009/2010

Landschaft im Wandel. Otto Paetz – Siegfried Böhning

Exkursausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Museum am Lindenbühl)

2009/2010

Sprachbilder – Bildsprachen. Grafik zur Literatur

Exkursausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Literaturmuseum Theodor Storm, Heilbad Heiligenstadt)

2009/2010

Lokaltermin am Rande: Mühlhausen – Kunst in der Kleinstadt

Exkursausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Museum am Lindenbühl)

2009/2010

Altenbourg-Kabinett/Die Erfurter Atelier-Gemeinschaft/D 206. Die Thüringer Sezession

Exkursausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Museum am Lindenbühl)

2009/2010

Zwischen Wald und Welt: Der Kunstraum Thüringen im 20. Jahrhundert 

Hauptausstellung des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Museum am Lindenbühl)

2009/2010

Der Kunstdrucker und Druckkünstler Ernst August Zimmermann

Bestandteil der Auftaktausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Museumsgalerie Allerheiligenkirche)

2009/2010

Schwarze Kunst. Druckgrafik aus Thüringen – Streifzug durch das 20. Jahrhundert

Auftaktausstellung des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Museumsgalerie Allerheiligenkirche)

2009/2010

Der Kunstraum Thüringen: Vorschau und Einblick

Previewausstellung im Rahmen des Kunstraum Thüringen-Projektes
(Foyer-Galerie im Sparkassenhaus der Unstrut-Hainich-Sparkasse, Mühlhausen)