Adolf Krause: "Belvedere mit rotem Turm in Weimar", 2004

Stationen einer Reise - Werke des Thüringer Malers Adolf Krause

Kulturhistorisches Museum

29.04.2016 - 31.07.2016

Bereits in jungen Jahren hat sich der Weimarer Maler Adolf Krause (geb. 1935) durch eine Lehre als Dekorationsmaler und während seines Studiums zum Kunsterzieher (1956–1961) intensiv mit seinem Metier beschäftigt. Er stand später mit den bekannten Thüringer Künstlern Otto Knöpfer (1911–1993) und Otto Paetz (1914–2006) in regem Austausch und dürfte besonders von letzterem zahlreiche Inspirationen für eines seiner bevorzugten Bildthemen empfangen haben: das Sujet Landschaft.

Egal ob es sich um die norwegischen Fjorde, provenzalische Impressionen aus Südfrankreich oder um einheimische Motive wie die thüringische Landschaft um Kahla handelt: Adolf Krause fängt die jeweiligen Eindrücke häufig mit einer sinnlichen Farbgebung und bewusst gesetzten Lichtakzenten ein. Dabei erinnern seine Arbeiten in ihrer Lichtführung und manchmal skizzenhaften Andeutungen an die letzte Generation der Weimarer Malerschule. Komplementäre Farbakkorde weisen auf expressionistische Werke, mitunter stärker geometrisierte Stadt- oder Dorflandschaften auf das Erbe kubistischer Kunst hin.
All dies vereint Adolf Krause in souveräner Manier in seinen Arbeiten und gewinnt dabei besonders seinen Landschaften eine ganz eigene Note ab, welche dem Betrachter einerseits eine Vorstellung über ihren grundsätzlichen Charakter vermittelt, andererseits deren individuelles Erleben für Krause deutlich macht. Nicht nur diese persönlich geschilderten Landschaften sind für Adolf Krause ebenso wie seine Portraits und Stillleben, seine Entwürfe und Skizzenbücher, „Stationen einer Reise“.

Günther Jahn, Ziege aus Mecklenburg. 2006

Fabelhafte Fantasien

- GÜNTHER JAHN UND SEIN KÜNSTLERISCHES UMFELD IN THÜRINGEN

Kulturhistorisches Museum

11.03.2016 - 31.10.2016

Nur wenige Thüringer Künstler der vergangenen Jahrzehnte haben zu einer solch originellen und gleichzeitig unverwechselbaren Bildsprache gefunden wie Günther Jahn. Besonders in seinem malerischen Werk entfalten sich seine charakteristischen, fantasievollen Universen. Der 1933 in Sondershausen geborene Jahn erfand in seiner Welt ein schier unendliches Sammelsurium an Gestalten. Er setzte Menschen, Tiere, aber auch fantastische Gebäude und Apparaturen häufig vor tiefliegendem Horizont in Szene, um ihnen eine geradezu monumentale Wirkung zu verleihen.

Während er sich zunächst an den Werken der „Alten Meister“ wie etwa Albrecht Dürer orientierte, fand er bald seinen ganz eigenen Stil. Dies gilt auch für Jahns Zeichnungen, seine Aquarelle und Pastelle. Seine vor allem in den 1960er Jahren entstandenen Holzschnitte zeigen noch eine starke Rezeption der Vorkriegsmoderne und weisen Anklänge an expressionistische Arbeiten auf. Dies brachte ihn zwischen 1964 und 1968 auch mit der Erfurter Ateliergemeinschaft in Berührung, die als Forum für nicht regimetreue und aus dem offiziellen Kunstbetrieb verbannte Künstler in der DDR fungierte.

Neben Gemälden und Grafiken Günther Jahns zeigt die Ausstellung einige Arbeiten seiner Künstlerkollegen und -freunde Alexander von Szpinger, Heinz Scharr und Werner Schubert-Deister sowie grafische Werke aus der Zusammenarbeit mit der Erfurter Ateliergemeinschaft zwischen 1964 und 1968. Surreal anmutende Gemälde Jahns werden außerdem gemeinsam mit vergleichbaren Werken weiterer Thüringer Künstler wie Karl Ortelt und Horst Sakulowski präsentiert.

Gustav Wolf-Weifa: "Bäcker Max", 17.06.1915

Gezeichnet! Gustav Wolf-Weifa skizziert den Ersten Weltkrieg

St. Marien | Müntzergedenkstätte

11.09.2015 - 31.10.2016

Die persönlichen Skizzenbücher des Soldaten und Dichters Gustav Wolf aus Weifa (Sachsen) sind ein Zeugnis des Alltags an der deutschen Westfront des Ersten Weltkriegs. Von seiner Mühlhäuser Enkelin wiederentdeckt, werden sie in dieser Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Darstellungen in Lyrik und Kunst führen in den Mikrokosmos Schützengraben. Gezeigt werden Zeichnungen aus der Perspektive des jungen Soldaten Gustav Wolf, der nicht nur aus künstlerischem Interesse, sondern auch im Bewusstsein der Wirksamkeit des industrialisierten Krieges die Zerstörung in seinen Zeichnungen festhielt.

Eine Auswahl von 26 Skizzen führt den Besucher in die Schützengräben und das direkte Umfeld der Kampfzonen in Frankreich und Flandern. Ende 1918 blieben von all dem fast nur noch Ruinen.
Militärische Exponate wie Stahlhelm und Gasmaske oder Gebrauchsgegenstände, die aus Kriegsschrott hergestellt wurden, ergänzen die Ausstellung. Aufnahmen der Kriegsdenkmäler in und um Mühlhausen sollen den Ersten Weltkrieg in das Gedächtnis der Menschen zurückbringen und an die gefallenen 1313 Mühlhäuser Soldaten erinnern.
Darüber hinaus wird zum ersten Mal die Mühlhäuser Nagelsäule von 1916 ausgestellt; ein typisches Mahnmal des Ersten Weltkrieges, mit dem Spenden für die Hinterbliebenen der gefallenen Soldaten gesammelt wurden.