Stadtbildhauer - Walter Krause

Zum 50. Todestag des Mühlhäuser Künstlers Walter Krause (1891-1967)

Kulturhistorisches Museum

30.06.-03.09.2017

Seine Skulpturen und Reliefs prägen bis heute den öffentlichen Raum in Mühlhausen, doch kaum ein Bewohner oder gar Besucher weiß, wer sie geschaffen hat: Walter Krause, gebürtiger Mühlhäuser und Bildhauer. Aus Anlass seines 50. Todestages widmen ihm die Mühlhäuser Museen ab 30. Juni eine Kabinett-Ausstellung.

Walter Krause erlernte zunächst den Beruf des Holzbildhauers, dem er ein Studium der künstlerischen Bildhauerei anschloss. Zu seinen prägenden Lehrern zählte Adolf von Hildebrand, der als führender „klassizistischer“ Künstler der Brunnen- und Denkmalkunst in Deutschland galt. Seit Mitte der 1920er Jahre arbeitete Krause in Mühlhausen in einem eigenen Atelier in der Kleinen Waidstraße 11. Neben ersten Aufträgen übernahm er auch die Leitung von Zeichenkursen an der Volkshochschule. Zu seinen Schülern gehörte der bekannte Maler Karl Ortelt.

Das Stadtbild prägte Walter Krause mit Werken wie der anmutigen Brunnenfigur am Entenbühl und den Reliefs am Sparkassengebäude gleich daneben oder der überlebensgroßen Figur der Göttin „Hygeia“ im Patientengarten des Hufeland-Klinikums. Herausragend ist das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in der Petrikirche, zu dem ihn niemand anderes als Käthe Kollwitz ermutigte.

Foto: Spitzbergen, fotografiert von Ralf Weise

Nordlandfieber - Fotografien von Ralf Weise

Historische Wehranlage - Wedemeyersches Gartenhaus

13.04. - 31.10.2017

Der in Eigenrieden lebende Fotograf und promovierte Biologe Ralf Weise liebt die abgeschiedenen Regionen des Hohen Nordens. In diesen rauhen wie atemberaubenden Landschaften hat er sich schon vor Jahren mit dem Nordlandfieber infiziert und den Arktis-Bazillus eingefangen. Diagnose: unheilbar!

Mit seiner Leidenschaft zur Landschafts- und Tierfotografie richtet der infizierte Fotograf den Fokus immer wieder auf die Natur und das Leben in der nordischen Wildnis. Er erlebt im Sommer das magische Schauspiel der strahlenden Sonne mitten in der Nacht und im nächtlichen Winterhimmel die Faszination der bunt leuchtenden Polarlichter, die durch kristallklare Luft tanzen.
Mit der Kamera fängt er ein, was er einfangen kann von den unendlichen Facetten des Nordlandes mit seinen so ganz unterschiedlichen Landschaften mit faszinierenden Farbspielen, schroffen Bergen, eisigen Gletschern, donnernden Wasserfällen, dichten Wäldern, weiten Seen und Flüssen. Die atemberaubenden Bilder sind für ihn eine Lebensart - eine Möglichkeit, außergewöhnliche Momente einzufangen und mit anderen zu teilen. Kamera und Notizblock, in dem er mit wissenschaftlicher Akribie seine täglichen Beobachtungen festhält, sind seine ständigen Begleiter auf der Suche nach immer mehr spannenden Bildern.

Gut 40 Motive aus seiner reichen Sammlung hat Ralf Weise für seine Ausstellung "Nordlandfieber" ausgewählt, die er erstmals in der Öffentlichkeit zeigt. Seine Bilder erzählen über hautnahe Erlebnisse in der arktischen und subarktischen Natur, über spannende Begegnungen mit Polarfüchsen, Rentieren und auch mit dem König der Arktis, dem Eisbären. Sie erzählen über die Nomaden der Lüfte, über spielerisch anmutende Launen der Natur, über Reisen durch stille Flusslandschaften und einsame Berge, alle eingehüllt von dem wundervollen nordischen Licht mit tiefstehender Sonne.

Doch Vorsicht vor diesen Bildern: Sie haben das Zeug, das Nordlandfieber und den Arktis-Bazillus zu verbreiten.
Besuch der Ausstellung auf eigene Gefahr!

Bitte achten Sie auf den geänderten Zugang zum Wehrgang - das Frauentor muss aus restauratorischen Gründen geschlossen bleiben.

Ausstellungsplakat: Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

Kulturhistorisches Museum

02.04.2017 - 24.09.2017

Pferde gelten seit jeher als treue Begleiter des Menschen. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier geht über die Epochen hinaus. Anhand vielfältiger plastischer und bildlicher Darstellungen von herausragenden Künstlern soll die Kunst- und Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Entwicklung vom Nahrungslieferanten zum Haustier, militärischem Einsatztier sowie Herrschersymbol und Prestigeobjekt nachgezeichnet werden. Die gezeigten Exponate vermitteln daher eine Kulturgeschichte der vergangenen dreitausend Jahre.

Mit der Domestizierung des Wildpferdes gewannen die Tiere an symbolischer Bedeutung, die auch über die Jahrtausende hinaus erhalten bleiben sollte. Ein aus dem Vorderen Orient stammendes Relief aus dem 9. Jh. v. Chr. zeigt die Tiere in Kriegsszenen und bei königlichen Jagden. Die qualitätsvollsten Arbeiten, wie etwa der Reiterfries am Parthenon auf der Akropolis in Athen, entstanden im 6. bis 3. Jh. v. Chr. im antiken Griechenland. Dazu gehören auch die griechischen Vasenmalereien, auf denen sich Pferdedarstellungen ausgesprochener Beliebtheit erfreuten.
Im Mittelalter prägten primär christliche Themen die Kunst, wobei Pferde in der Regel stilisiert und anatomisch ungenau wiedergegeben wurden.
In der Renaissance besannen sich Künstler wie Albrecht Dürer auf die Antike und naturalistische Pferdedarstellungen zurück. Sein Heiliger Eustachius und die vier apokalyptischen Reiter sind Meisterwerke des Holzschnitts.Die emotionale Ausdruckskraft des Tiere nutzten Peter Paul Rubens und seine Nachfolger in Jagdszenen, Heiligendarstellungen oder Herrscherporträts.

In der niederländischen Malerei entstanden in der 2. Hälfte des 17. Jh. Gemälde, bei denen das Pferd das Hauptmotiv bildet, zum Beispiel bei Philips Wouwerman. Im 18. Jh. war der Pferdesport in England so bedeutend, dass man eigens Pferdeporträts anfertigen ließ, von denen die wichtigsten von George Stubbs und Sawrey Gilpin stammen.
Im 19. Jh. erfuhr das Pferd als Statussymbol eine außerordentliche Wertschätzung, so dass sich einzelne Maler auf dieses Sujet spezialisierten. Werke von Carle Vernet, Albrecht Adam, Franz Krüger, Emil Adam, Wouterus Verschuur oder Wilhelm Camphausen zählen hier zu den herausragenden Arbeiten. Mit der Wende zum 20. Jh. wandelte sich die Darstellungsform hin zu Pferdeszenen im impressionistischen Stil, wie Max Liebermann sie gestaltete. Darüber hinaus sind surrealistische Verfremdungen des Themas in Form von Lithografien Salvador Dalís in der Ausstellung vertreten.

Öffentliche Führung
jeden Mittwoch, 15.00 Uhr
8,00 € (Eintritt und Führung)

Kuratorenführung mit Dr. Michael Imhof
22. Juni 2017, 18.00 Uhr
8,00 € (Eintritt und Führung)

Foto: "Christus in der Rast", Thüringen, um 1500

Luthers ungeliebte Brüder

- Alternative Reformationsideen in Thüringen

Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

31.10.2016 - 31.10.2017

Martin Luther hat Großes geleistet und eine Reformation der bestehenden Kirche angestoßen, die erst zu grundlegenden Veränderungen in Europa und schließlich in der ganzen Welt geführt hat. Jedoch ist diese niemals das Werk eines Einzelnen gewesen. Auch „Luthers ungeliebte Brüder“ kritisierten unter anderem den Ablasshandel und strebten eine reformatio an, eine Wiederherstellung der alten Ordnung und Schaffung einer neuen Grundlage des Lebens.

Mit ihren alternativen Reformationsideen wirkten sie insbesondere auch in Thüringen. Andreas Bodenstein von Karlstadt etwa, der Doktorvater Martin Luthers, predigte von Orlamünde aus gegen die Heiligenbilder in den Kirchen und Klöstern, was mancherorts zum Bildersturm führte. Einer seiner Anhänger war der erste Reformator der Stadt Creuzburg, Matthäus Hisolidus. Großen Einfluss hatte auch der Theologe und Reformator Jakob Strauß, der in Eisenach Zins und Wucher kritisierte und den „Wucherstreit“ entfachte. Einen Großteil seines Lebens in Haft in Eisenach und auf der Wartburg verbrachte der Täufer Fritz Erbe, weil er standhaft an seinem Glauben festhielt. In Mühlhausen beteiligten sich Heinrich Pfeiffer und Thomas Müntzer erst an den innerstädtischen Aufständen, dann zogen sie mit dem plündernden Haufen ins Eichsfeld. Zusammen mit zahlreichen Anhängern zog Thomas Müntzer schließlich nach Frankenhausen um mit anderen Thüringern gegen die fürstlichen Heere zu kämpfen.

Luther und seine engsten Mitstreiter gingen publizistisch teilweise massiv gegen diese „Schwärmer“ vor. Thomas Müntzer darf sogar als ein erstes Opfer lutherischer Propaganda gelten. In den berühmten Tischreden Martin Luthers werden auch die „ungeliebten Brüder“ nicht verschont.
Standen die theologischen Mitstreiter Martin Luthers, die von der reinen lutherischen Lehre abwichen oder eigene reformatorische Ideen verfolgten, bisher weitestgehend im Schatten des großen Reformators, soll in dieser Sonderschau, die eine bisherige Ausstellung zum Bauernkrieg in Thüringen ergänzt, an sie erinnert werden.

Begleitprogramm

16. Juli 2017 - 14.00 Uhr
Öffentliche Führung im Klostergarten der Kornmarktkirche
Steffi Maass, Museumspädagogin
Eintritt und Führung 4,00 € / erm. 3,00 €

6. August 2017 - 14.00 Uhr
Vortrag „Reformator, Erzteufel oder Protokommunist – Leben und Nachwirken Thomas Müntzers“
mit anschließender Führung
Dr. Thomas T. Müller, Direktor der Mühlhäuser Museen
Eintritt und Führung 5,00 €

10. September 2017 - 11.00 Uhr
Öffentliche Führung „Ohne Macht und Pracht“
zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Kornmarktkirche
Matthias P. Gliemann, Zweckverbandsvorsitzender und Steffi Maass, Museumspädagogin
Eintritt frei

8. Oktober 2017 - 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Ausstellung
Friedrich Staemmler, stellvertretender Direktor/Fachreferent Kunst
Anmeldung über die Tourist-Information Mühlhausen
Tel. 03601-404770
Eintritt und Führung 4,00 € / erm. 3,00 €

14. Oktober 2017 - 14.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die Ausstellung
Sarah Lösel, Kuratorin der Ausstellung
Anmeldung an der Kasse oder über die Mühlhäuser Museen
Tel. 03601-85660
Eintritt und Führung 4,00 € / erm. 3,00 €