Pläne für Europa

- Friedrich August Stüler und sein architektonisches Erbe

MAUK Museum „Friedlander Tor“ (Kaliningrad, Russische Föderation)

09.09.2017 - 09.12.2017

Am 8. September findet im Museum für Geschichte der Stadt Kaliningrad „Friedlander Tor“ um 17.00 Uhr die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Pläne für Europa – Friedrich August Stüler und sein architektonisches Erbe“ statt.
In der ursprünglich vom Freundeskreis Mühlhäuser Museen initiierten und von der Thüringer Staatskanzlei in hohem Maße geförderten Exposition werden professionelle Architekturfotografien einiger seiner bekanntesten Bauten in vielen europäischen Ländern gezeigt.
Das Museum Friedlander Tor befindet sich in der gleichnamigen Befestigungsanlage — ein Architekturdenkmal des 19. Jahrhunderts. Es ist eines der Stadttore Königsbergs, deren Architekt F. A. Stüler ist. Viele der noch erhaltenen Tore sind heute Denkmäler der Russischen Föderation, mit regionaler und föderaler Bedeutung, in deren Innerem sich Museen und Kultureinrichtungen befinden. Im Jahr 2017 jährt sich das 155. Jubiläum seit dem Bau des Friedlander Tores und das Museum feiert sein 15-jähriges Bestehen.

Der im Jahr 1800 in Mühlhausen geborene Stüler war einer der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit. Neben dem Neuen Museum in Berlin entwarf der „Architekt des Königs“ Friedrich Wilhelms IV. zahlreiche brandenburgische Kirchen und Herrensitze, aber auch international war der umtriebige Mühlhäuser regelmäßig tätig. So plante er unter anderem das schwedische Nationalmuseum in Stockholm oder die Akademie der Wissenschaften in Budapest. Geprägt von den Bauten des italienischen Mittelalters und der Renaissance entwickelte Stüler seinen Baustil von der klassizistischen Form Schinkels hin zum unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. aufkommenden Historismus. Weiterhin war er einer der Mitbegründer des Architektenvereins zu Berlin.

Die Sonderschau mit kunstvoller Architekturfotografie des Mühlhäuser Fotografen Tino Sieland wurde bereits in Mühlhausen und Budapest präsentiert. Sie kann vom 9. September bis 9. Dezember im Museum Friedlander Tor besucht werden.

„Pläne für Europa - Friedrich August Stüler und sein architektonisches Erbe“
Eröffnung: 08.09.2017, 17.00 Uhr

Ausstellungsplakat: Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

Kulturhistorisches Museum

02.04.2017 - verlängert bis 14.01.2018!

Pferde gelten seit jeher als treue Begleiter des Menschen. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier geht über die Epochen hinaus. Anhand vielfältiger plastischer und bildlicher Darstellungen von herausragenden Künstlern soll die Kunst- und Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Entwicklung vom Nahrungslieferanten zum Haustier, militärischem Einsatztier sowie Herrschersymbol und Prestigeobjekt nachgezeichnet werden. Die gezeigten Exponate vermitteln daher eine Kulturgeschichte der vergangenen dreitausend Jahre.

Mit der Domestizierung des Wildpferdes gewannen die Tiere an symbolischer Bedeutung, die auch über die Jahrtausende hinaus erhalten bleiben sollte. Ein aus dem Vorderen Orient stammendes Relief aus dem 9. Jh. v. Chr. zeigt die Tiere in Kriegsszenen und bei königlichen Jagden. Die qualitätsvollsten Arbeiten, wie etwa der Reiterfries am Parthenon auf der Akropolis in Athen, entstanden im 6. bis 3. Jh. v. Chr. im antiken Griechenland. Dazu gehören auch die griechischen Vasenmalereien, auf denen sich Pferdedarstellungen ausgesprochener Beliebtheit erfreuten.
Im Mittelalter prägten primär christliche Themen die Kunst, wobei Pferde in der Regel stilisiert und anatomisch ungenau wiedergegeben wurden.
In der Renaissance besannen sich Künstler wie Albrecht Dürer auf die Antike und naturalistische Pferdedarstellungen zurück. Sein Heiliger Eustachius und die vier apokalyptischen Reiter sind Meisterwerke des Holzschnitts.Die emotionale Ausdruckskraft des Tiere nutzten Peter Paul Rubens und seine Nachfolger in Jagdszenen, Heiligendarstellungen oder Herrscherporträts.

In der niederländischen Malerei entstanden in der 2. Hälfte des 17. Jh. Gemälde, bei denen das Pferd das Hauptmotiv bildet, zum Beispiel bei Philips Wouwerman. Im 18. Jh. war der Pferdesport in England so bedeutend, dass man eigens Pferdeporträts anfertigen ließ, von denen die wichtigsten von George Stubbs und Sawrey Gilpin stammen.
Im 19. Jh. erfuhr das Pferd als Statussymbol eine außerordentliche Wertschätzung, so dass sich einzelne Maler auf dieses Sujet spezialisierten. Werke von Carle Vernet, Albrecht Adam, Franz Krüger, Emil Adam, Wouterus Verschuur oder Wilhelm Camphausen zählen hier zu den herausragenden Arbeiten. Mit der Wende zum 20. Jh. wandelte sich die Darstellungsform hin zu Pferdeszenen im impressionistischen Stil, wie Max Liebermann sie gestaltete. Darüber hinaus sind surrealistische Verfremdungen des Themas in Form von Lithografien Salvador Dalís in der Ausstellung vertreten.

Öffentliche Führung
jeden Mittwoch, 15.00 Uhr
8,00 € (Eintritt und Führung)

Foto: "Christus in der Rast", Thüringen, um 1500

Luthers ungeliebte Brüder

- Alternative Reformationsideen in Thüringen

Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

31.10.2016 - auf unbestimmte Zeit verlängert

Martin Luther hat Großes geleistet und eine Reformation der bestehenden Kirche angestoßen, die erst zu grundlegenden Veränderungen in Europa und schließlich in der ganzen Welt geführt hat. Jedoch ist diese niemals das Werk eines Einzelnen gewesen. Auch „Luthers ungeliebte Brüder“ kritisierten unter anderem den Ablasshandel und strebten eine reformatio an, eine Wiederherstellung der alten Ordnung und Schaffung einer neuen Grundlage des Lebens.

Mit ihren alternativen Reformationsideen wirkten sie insbesondere auch in Thüringen. Andreas Bodenstein von Karlstadt etwa, der Doktorvater Martin Luthers, predigte von Orlamünde aus gegen die Heiligenbilder in den Kirchen und Klöstern, was mancherorts zum Bildersturm führte. Einer seiner Anhänger war der erste Reformator der Stadt Creuzburg, Matthäus Hisolidus. Großen Einfluss hatte auch der Theologe und Reformator Jakob Strauß, der in Eisenach Zins und Wucher kritisierte und den „Wucherstreit“ entfachte. Einen Großteil seines Lebens in Haft in Eisenach und auf der Wartburg verbrachte der Täufer Fritz Erbe, weil er standhaft an seinem Glauben festhielt. In Mühlhausen beteiligten sich Heinrich Pfeiffer und Thomas Müntzer erst an den innerstädtischen Aufständen, dann zogen sie mit dem plündernden Haufen ins Eichsfeld. Zusammen mit zahlreichen Anhängern zog Thomas Müntzer schließlich nach Frankenhausen um mit anderen Thüringern gegen die fürstlichen Heere zu kämpfen.

Luther und seine engsten Mitstreiter gingen publizistisch teilweise massiv gegen diese „Schwärmer“ vor. Thomas Müntzer darf sogar als ein erstes Opfer lutherischer Propaganda gelten. In den berühmten Tischreden Martin Luthers werden auch die „ungeliebten Brüder“ nicht verschont.
Standen die theologischen Mitstreiter Martin Luthers, die von der reinen lutherischen Lehre abwichen oder eigene reformatorische Ideen verfolgten, bisher weitestgehend im Schatten des großen Reformators, soll in dieser Sonderschau, die eine bisherige Ausstellung zum Bauernkrieg in Thüringen ergänzt, an sie erinnert werden.