"...wie aus dem Bilderbuch!"

Illustrierte Kinderbücher aus der Sammlung von der Hardt

Kulturhistorisches Museum

25.11.2016 - 19.02.2017

Der garstige Struwwelpeter, der standhafte Zinnsoldat, der aufsässige Häwelmann oder die herzlose Schneekönigin – wer kennt sie nicht, die „Gestalten“ der vergangenen Kindheit? Sie tauchen auf vor unserem geistigen Auge, dank der einprägsamen Illustrationen und Texte in Bilderbüchern.
Für die Sammler solcher Bücher, das Ehepaar von der Hardt, waren die gelungene künstlerische Gestaltung und der Inhalt wichtige Auswahlkriterien beim Aufbau ihrer Bilderbuch-Sammlung. Im Laufe von etwa 30 Jahren, von den 1960er bis 1990er Jahren, wuchs die Zahl der Bücher auf fast 1000 an. Eine Auswahl davon wird in dieser Ausstellung die Vielfalt und Geschichte des Bilderbuches beleuchten.

Reich bebilderte Sachbücher als eine Art Universallexikon für Kinder stehen Ende des 18. Jahrhunderts mit am Anfang der Kinderliteratur. Sie sind im Sinne der Aufklärung gestaltet, als Kinder als kleine Erwachsene galten, bei denen lediglich der Verstand geschärft werden musste. Die Geburtsstunde wirklicher Kinderbücher aber war die Zeit der Romantik, als die „Kinderseele entdeckt“ wurde und von nun an kindgerechte Texte und Illustrationen geschaffen wurden. Das ist auch die Zeit der Brüder Grimm und der von ihnen gesammelten Märchen. Sie werden bis heute in Bilderbüchern verbreitet, deren Fülle insgesamt kaum noch zu überschauen ist.
Die Ausstellung zeigt einige ausgewählte Themen. Neben den Märchen sind das Bilderbücher aus Ost und West des geteilten Deutschlands, das Thema Weihnachten, aber auch Bildergeschichten zu schwierigen Themen wie Angst und Tod. Aufwendig gestaltete Werke wie Pop-up- und Wimmelbücher runden die kleine Kulturgeschichte des Bilderbuches ab. Zu jedem Buch gibt es eine kurze Zusammenfassung des Inhalts.

In einer Leseecke dürfen große und kleine Besucher gemütlich in Büchern schmökern. Die großen, fröhlichen Figuren von jungen Künstlern der Jugendkunstschule Mühlhausen scheinen direkt aus den Büchern gestiegen zu sein. Viele Begleitveranstaltungen, wie das japanische Erzähltheater Kamishibai, ziehen besonders die jungen Zuhörer in der dunklen Jahreszeit in die Fantasiewelt der schönsten Bilderbücher. Doch auch für die Erwachsenen ist etwas zum Lachen mit dabei, denn zwei „Märchenarchäologen“ haben längst die Wahrheit über Hänsel und Gretel herausgefunden.

In Kooperation mit der Jugendkunstschule Mühlhausen, der Christlichen Buchhandlung Strecker und der Stadtbibliothek Mühlhausen.

Termine:

30.11. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Kamishibai – Das Erzähltheater
Geschichten in der Vorweihnachtszeit
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

07.12. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Kamishibai – Das Erzähltheater
Geschichten in der Vorweihnachtszeit
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

14.12. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Kamishibai – Das Erzähltheater
Geschichten in der Vorweihnachtszeit
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

12.01. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Bilderbücher zum Hören und Staunen
Geschichten im neuen Jahr
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

19.01. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Bilderbücher zum Hören und Staunen
Geschichten im neuen Jahr
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

26.01. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Bilderbücher zum Hören und Staunen
Geschichten im neuen Jahr
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

26.01. - 18.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Die Wahrheit über Hänsel und Gretel
Amüsante Erkenntnisse aus der „Märchenarchäologie“, vorgetragen von dem Sammlerehepaar Hahn aus Kranichfeld
Eintritt: 3,00 Euro

02.02. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Bilderbücher zum Hören und Staunen
Geschichten im neuen Jahr
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

02.02. - 15.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Das Zebra und der Kolibri
Buchvorstellung mit der Autorin Claudia Opitz und dem Illustrator Sebastian Köpcke
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

07.02. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Die Raupe Nimmersatt
Lesung und Malwettbewerb
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

09.02. - 10.00 Uhr
Kulturhistorisches Museum
Die Raupe Nimmersatt
Lesung und Malwettbewerb
Die Veranstaltung ist kostenfrei, es wird lediglich der normale Museumseintritt erhoben (Kinder: 2,- Euro, Erw. 3,- Euro)

Weitere Veranstaltungen bieten wir gerne auf Nachfrage an! Bitte kontaktieren Sie uns: 03601 - 85 66 0
oder info(at)mhl-museen.de

Foto: "Christus in der Rast", Thüringen, um 1500

Luthers ungeliebte Brüder

- Alternative Reformationsideen in Thüringen

Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

31.10.2016 - 31.10.2017

Martin Luther hat Großes geleistet und eine Reformation der bestehenden Kirche angestoßen, die erst zu grundlegenden Veränderungen in Europa und schließlich in der ganzen Welt geführt hat. Jedoch ist diese niemals das Werk eines Einzelnen gewesen. Auch „Luthers ungeliebte Brüder“ kritisierten unter anderem den Ablasshandel und strebten eine reformatio an, eine Wiederherstellung der alten Ordnung und Schaffung einer neuen Grundlage des Lebens.

Mit ihren alternativen Reformationsideen wirkten sie insbesondere auch in Thüringen. Andreas Bodenstein von Karlstadt etwa, der Doktorvater Martin Luthers, predigte von Orlamünde aus gegen die Heiligenbilder in den Kirchen und Klöstern, was mancherorts zum Bildersturm führte. Einer seiner Anhänger war der erste Reformator der Stadt Creuzburg, Matthäus Hisolidus. Großen Einfluss hatte auch der Theologe und Reformator Jakob Strauß, der in Eisenach Zins und Wucher kritisierte und den „Wucherstreit“ entfachte. Einen Großteil seines Lebens in Haft in Eisenach und auf der Wartburg verbrachte der Täufer Fritz Erbe, weil er standhaft an seinem Glauben festhielt. In Mühlhausen beteiligten sich Heinrich Pfeiffer und Thomas Müntzer erst an den innerstädtischen Aufständen, dann zogen sie mit dem plündernden Haufen ins Eichsfeld. Zusammen mit zahlreichen Anhängern zog Thomas Müntzer schließlich nach Frankenhausen um mit anderen Thüringern gegen die fürstlichen Heere zu kämpfen.

Luther und seine engsten Mitstreiter gingen publizistisch teilweise massiv gegen diese „Schwärmer“ vor. Thomas Müntzer darf sogar als ein erstes Opfer lutherischer Propaganda gelten. In den berühmten Tischreden des Martin Luthers werden auch die „ungeliebten Brüder“ nicht verschont.
Standen die theologischen Mitstreiter Martin Luthers, die von der reinen lutherischen Lehre abwichen oder eigene reformatorische Ideen verfolgten, bisher weitestgehend im Schatten des großen Reformators, soll in dieser Sonderschau, die eine bisherige Ausstellung zum Bauernkrieg in Thüringen ergänzt, an sie erinnert werden.

Rüdiger Koch: Lichte Landschaft. 1991

Ein Sammlerleben

Ein Sammlerleben zwischen Otto Paetz, Rüdiger Koch und Werner Tübke - Ausgewählte Werke aus der Kunstkollektion von Dieter Fechner

Kulturhistorisches Museum

16.09.2016 - 05.02.2017

Ein absoluter Glücksfall für die Mühlhäuser Museen: Der seit vielen Jahren als Autor und Regionalforscher tätige Mühlhäuser Bürger Dieter Fechner entschloss sich im Frühsommer 2016, seine etwa 90 Werke umfassende private Kunstsammlung den Mühlhäuser Museen als Schenkung zu überlassen.
Die Sammlung besteht vor allem ausaus grafischen Arbeiten und Zeichnungen, anthält aber auch einige Gemälde und Aquarelle. Häufig sind Landschaftsschilderungen, Genreszenen oder Porträts dargestellt. Es finden sich Werke von Werner Tübke, Fritz Cremer, Armin Münch, Otto Paetz, Jost Heyder, Rüdiger Koch, Walter Herzog, Arno Mohr, Rolf Münzner, Baldwin Zettl und Werner Schubert-Deister.
Unter den weiteren Arbeiten sind die der Mühlhäuser Künstler Karl Ortelt, Walter Krause, Carl Michel, Siegfried Böhning, Franz Prinich und Katrin Prinich-Heutzenröder hervorzuheben.

Dank der großzügigen Geste Fechners können die Sammlungen der Mühlhäuser Museen um wichtige Arbeiten der Thüringer Kunst des 20. Jahrhunderts wie auch von überregional bedeutenden Künstlern der Gegenwart bereichert werden.
Die wichtigsten Werke werden anlässlich der Schenkung im Rahmen einer Kabinettausstellung im Kulturhistorischen Museum gezeigt. Damit soll eine repräsentative Auswahl der Öffentlichkeit vorgestellt und zugleich auf das große Engagement Dieter Fechners verwiesen werden, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert.