Rüdiger Koch: Lichte Landschaft. 1991

Ein Sammlerleben

Ein Sammlerleben zwischen Otto Paetz, Rüdiger Koch und Werner Tübke - Ausgewählte Werke aus der Kunstkollektion von Dieter Fechner

Kulturhistorisches Museum

16.09.2016 - 05.02.2017

Ein absoluter Glücksfall für die Mühlhäuser Museen: Der seit vielen Jahren als Autor und Regionalforscher tätige Mühlhäuser Bürger Dieter Fechner entschloss sich im Frühsommer 2016, seine etwa 90 Werke umfassende private Kunstsammlung den Mühlhäuser Museen als Schenkung zu überlassen.
Die Sammlung besteht vor allem ausaus grafischen Arbeiten und Zeichnungen, anthält aber auch einige Gemälde und Aquarelle. Häufig sind Landschaftsschilderungen, Genreszenen oder Porträts dargestellt. Es finden sich Werke von Werner Tübke, Fritz Cremer, Armin Münch, Otto Paetz, Jost Heyder, Rüdiger Koch, Walter Herzog, Arno Mohr, Rolf Münzner, Baldwin Zettl und Werner Schubert-Deister.
Unter den weiteren Arbeiten sind die der Mühlhäuser Künstler Karl Ortelt, Walter Krause, Carl Michel, Siegfried Böhning, Franz Prinich und Katrin Prinich-Heutzenröder hervorzuheben.

Dank der großzügigen Geste Fechners können die Sammlungen der Mühlhäuser Museen um wichtige Arbeiten der Thüringer Kunst des 20. Jahrhunderts wie auch von überregional bedeutenden Künstlern der Gegenwart bereichert werden.
Die wichtigsten Werke werden anlässlich der Schenkung im Rahmen einer Kabinettausstellung im Kulturhistorischen Museum gezeigt. Damit soll eine repräsentative Auswahl der Öffentlichkeit vorgestellt und zugleich auf das große Engagement Dieter Fechners verwiesen werden, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert.

Günther Jahn, Ziege aus Mecklenburg. 2006

Fabelhafte Fantasien

Günther Jahn und sein künstlerisches Umfeld in Thüringen

Kulturhistorisches Museum

11.03.2016 - 30.10.2016

Nur wenige Thüringer Künstler der vergangenen Jahrzehnte haben zu einer solch originellen und gleichzeitig unverwechselbaren Bildsprache gefunden wie Günther Jahn. Besonders in seinem malerischen Werk entfalten sich seine charakteristischen, fantasievollen Universen. Der 1933 in Sondershausen geborene Jahn erfand in seiner Welt ein schier unendliches Sammelsurium an Gestalten. Er setzte Menschen, Tiere, aber auch fantastische Gebäude und Apparaturen häufig vor tiefliegendem Horizont in Szene, um ihnen eine geradezu monumentale Wirkung zu verleihen.

Während er sich zunächst an den Werken der „Alten Meister“ wie etwa Albrecht Dürer orientierte, fand er bald seinen ganz eigenen Stil. Dies gilt auch für Jahns Zeichnungen, seine Aquarelle und Pastelle. Seine vor allem in den 1960er Jahren entstandenen Holzschnitte zeigen noch eine starke Rezeption der Vorkriegsmoderne und weisen Anklänge an expressionistische Arbeiten auf. Dies brachte ihn zwischen 1964 und 1968 auch mit der Erfurter Ateliergemeinschaft in Berührung, die als Forum für nicht regimetreue und aus dem offiziellen Kunstbetrieb verbannte Künstler in der DDR fungierte.

Neben Gemälden und Grafiken Günther Jahns zeigt die Ausstellung einige Arbeiten seiner Künstlerkollegen und -freunde Alexander von Szpinger, Heinz Scharr und Werner Schubert-Deister sowie grafische Werke aus der Zusammenarbeit mit der Erfurter Ateliergemeinschaft zwischen 1964 und 1968. Surreal anmutende Gemälde Jahns werden außerdem gemeinsam mit vergleichbaren Werken weiterer Thüringer Künstler wie Karl Ortelt und Horst Sakulowski präsentiert.

Gustav Wolf-Weifa: "Bäcker Max", 17.06.1915

Gezeichnet! Gustav Wolf-Weifa skizziert den Ersten Weltkrieg

St. Marien | Müntzergedenkstätte

11.09.2015 - 30.10.2016

Die persönlichen Skizzenbücher des Soldaten und Dichters Gustav Wolf aus Weifa (Sachsen) sind ein Zeugnis des Alltags an der deutschen Westfront des Ersten Weltkriegs. Von seiner Mühlhäuser Enkelin wiederentdeckt, werden sie in dieser Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Darstellungen in Lyrik und Kunst führen in den Mikrokosmos Schützengraben. Gezeigt werden Zeichnungen aus der Perspektive des jungen Soldaten Gustav Wolf, der nicht nur aus künstlerischem Interesse, sondern auch im Bewusstsein der Wirksamkeit des industrialisierten Krieges die Zerstörung in seinen Zeichnungen festhielt.

Eine Auswahl von 26 Skizzen führt den Besucher in die Schützengräben und das direkte Umfeld der Kampfzonen in Frankreich und Flandern. Ende 1918 blieben von all dem fast nur noch Ruinen.
Militärische Exponate wie Stahlhelm und Gasmaske oder Gebrauchsgegenstände, die aus Kriegsschrott hergestellt wurden, ergänzen die Ausstellung. Aufnahmen der Kriegsdenkmäler in und um Mühlhausen sollen den Ersten Weltkrieg in das Gedächtnis der Menschen zurückbringen und an die gefallenen 1313 Mühlhäuser Soldaten erinnern.
Darüber hinaus wird zum ersten Mal die Mühlhäuser Nagelsäule von 1916 ausgestellt; ein typisches Mahnmal des Ersten Weltkrieges, mit dem Spenden für die Hinterbliebenen der gefallenen Soldaten gesammelt wurden.