Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

Neue Premiumausstellung 2. April -24. September 2017

Kulturhistorisches Museum

Pferde gelten seit jeher als treue Begleiter des Menschen. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier geht über die Epochen hinaus. Anhand vielfältiger plastischer und bildlicher Darstellungen von herausragenden Künstlern soll die Kunst- und Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Entwicklung vom Nahrungslieferanten zum Haustier, militärischem Einsatztier sowie Herrschersymbol und Prestigeobjekt nachgezeichnet werden. Die gezeigten Exponate vermitteln daher eine Kulturgeschichte der vergangenen zehntausend Jahre.

Mit der Domestizierung des Wildpferdes gewannen die Tiere an symbolischer Bedeutung, die auch über die Jahrtausende hinaus erhalten bleiben sollte. Ein aus dem Vorderen Orient stammendes Relief aus dem 9. Jh. v. Chr. zeigt die Tiere in Kriegsszenen und bei königlichen Jagden. Die qualitätsvollsten Arbeiten, wie etwa der Reiterfries am Parthenon auf der Akropolis in Athen, entstanden im 6. bis 3. Jh. v. Chr. im antiken Griechenland. Dazu gehören auch die griechischen Vasenmalereien, auf denen sich Pferdedarstellungen ausgesprochener Beliebtheit erfreuten. Im Mittelalter prägten primär christliche Themen die Kunst, wobei Pferde in der Regel stilisiert und anatomisch ungenau wiedergegeben wurden. In der Renaissance besannen sich Künstler wie Albrecht Dürer auf die Antike und naturalistische Pferdedarstellungen zurück. Sein Heiliger Eustachius und die vier apokalyptischen Reiter sind Meisterwerke des Holzschnitts.Die emotionale Ausdruckskraft des Tiere nutzten Peter Paul Rubens und seine Nachfolger in Jagdszenen, Heiligendarstellungen oder Herrscherporträts.

In der niederländischen Malerei entstanden in der 2. Hälfte des 17. Jh. Gemälde, bei denen das Pferd das Hauptmotiv bildet, zum Beispiel bei Philips Wouwerman. Im 18. Jh. war der Pferdesport in England so bedeutend, dass man eigens Pferdeporträts anfertigen ließ, von denen die wichtigsten von George Stubbs und Sawrey Gilpin stammen. Im 19. Jh. erfuhr das Pferd als Statussymbol eine außerordentliche Wertschätzung, so dass sich einzelne Maler auf dieses Sujet spezialisierten. Werke von Carle Vernet, Albrecht Adam, Franz Krüger, Emil Adam, Wouterus Verschuur oder Wilhelm Camphausen zählen hier zu den herausragenden Arbeiten. Mit der Wende zum 20. Jh. wandelte sich die Darstellungsform hin zu Pferdeszenen im impressionistischen Stil, wie Max Liebermann sie gestaltete. Darüber hinaus sind surrealistische Verfremdungen des Themas in Form von Lithografien Salvador Dalís in der Ausstellung vertreten.

Eintritt
6,00 € / erm. 4,00 € / Kinder 3,00 €

Öffentliche Führung
jeden Mittwoch, 15.00 Uhr
8,00 € (Eintritt und Führung)

Kuratorenführung mit Dr. Michael Imhof
22. Juni 2017, 18.00 Uhr
8,00 € (Eintritt und Führung)

nach Donatello: Reiterstandbild des Gattamelata (Original: 1446–50)
Eugène Verboeckhoven: Von zwei Löwen attackiertes Pferd (1836)
Pablo Picasso: El Rapto de las Sabinas (um 1963)
Salvador Dalí: Les Chevaux de Triomphe, um 1971