Pferde - Meisterwerke von Dürer, Dalí & Co

Premiumausstellung 2. April 2017 - 14. Januar 2018

Kulturhistorisches Museum

Pferde gelten seit jeher als treue Begleiter des Menschen. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier geht über die Epochen hinaus. Anhand vielfältiger plastischer und bildlicher Darstellungen von herausragenden Künstlern soll die Kunst- und Kulturgeschichte des Pferdes und dessen Entwicklung vom Nahrungslieferanten zum Haustier, militärischem Einsatztier sowie Herrschersymbol und Prestigeobjekt nachgezeichnet werden. Die gezeigten Exponate vermitteln daher eine Kulturgeschichte der vergangenen zehntausend Jahre.

Mit der Domestizierung des Wildpferdes gewannen die Tiere an symbolischer Bedeutung, die auch über die Jahrtausende hinaus erhalten bleiben sollte. Ein aus dem Vorderen Orient stammendes Relief aus dem 9. Jh. v. Chr. zeigt die Tiere in Kriegsszenen und bei königlichen Jagden. Die qualitätsvollsten Arbeiten, wie etwa der Reiterfries am Parthenon auf der Akropolis in Athen, entstanden im 6. bis 3. Jh. v. Chr. im antiken Griechenland. Dazu gehören auch die griechischen Vasenmalereien, auf denen sich Pferdedarstellungen ausgesprochener Beliebtheit erfreuten. Im Mittelalter prägten primär christliche Themen die Kunst, wobei Pferde in der Regel stilisiert und anatomisch ungenau wiedergegeben wurden. In der Renaissance besannen sich Künstler wie Albrecht Dürer auf die Antike und naturalistische Pferdedarstellungen zurück. Sein Heiliger Eustachius und die vier apokalyptischen Reiter sind Meisterwerke des Holzschnitts. Die emotionale Ausdruckskraft der Tiere nutzten Peter Paul Rubens und seine Nachfolger in Jagdszenen, Heiligendarstellungen oder Herrscherporträts.

In der niederländischen Malerei entstanden in der 2. Hälfte des 17. Jh. Gemälde, bei denen das Pferd das Hauptmotiv bildet, zum Beispiel bei Philips Wouwerman. Im 18. Jh. war der Pferdesport in England so bedeutend, dass man eigens Pferdeporträts anfertigen ließ, von denen die wichtigsten von George Stubbs und Sawrey Gilpin stammen. Im 19. Jh. erfuhr das Pferd als Statussymbol eine außerordentliche Wertschätzung, so dass sich einzelne Maler auf dieses Sujet spezialisierten. Werke von Carle Vernet, Albrecht Adam, Franz Krüger, Emil Adam, Wouterus Verschuur oder Wilhelm Camphausen zählen hier zu den herausragenden Arbeiten. Mit der Wende zum 20. Jh. wandelte sich die Darstellungsform hin zu Pferdeszenen im impressionistischen Stil, wie Max Liebermann sie gestaltete. Darüber hinaus sind surrealistische Verfremdungen des Themas in Form von Lithografien Salvador Dalís in der Ausstellung vertreten.

Eintritt
6,00 € / erm. 4,00 € / Kinder 3,00 €

Öffentliche Führung
jeden Mittwoch, 15.00 Uhr
8,00 € (Eintritt und Führung)


Angebote für Kinder:

„Pferde in der Kunst“
Führung für alle Klassenstufen, auf Anfrage

Pferde-Erzählstunde
Mit einigen der Pferde in dieser Ausstellung verbinden sich spannende, originelle, traurige oder lustige Geschichten. Diese lernen wir bei einem Rundgang durch die Ausstellung kennen.

Pferde-Bastelstunde
Wir betrachten die schönsten Pferdebilder der Ausstellung und basteln anschließend unser eigenes Pferd aus Papier.

Pferde-Bilderstunde
Mit Bildkarten, die Ausschnitte von Gemälden und Plastiken zeigen, gehen wir auf die Suche in der Ausstellung. Die Bilddetails helfen uns beim Finden und Erklären der Bilder.

Pferde-Malstunde
Zuerst schauen wir uns die schönsten Pferdebilder in der Ausstellung an und bemalen anschließend ein Hufeisen.

Pferde-Vorlesestunde
mit dem japanischen Tischtheater Kamishibai
Wir entdecken einige besondere Pferde in der Ausstellung und hören anschließend das Märchen „Die Gänsemagd“, in dem uns das sprechende Pferd Fallada begegnet.

- Empfohlen für Kindergärten und Grundschulen

- Alle Veranstaltungen auf Anfrage – Dauer ca. 60 Min.

- Bitte rechtzeitig anmelden unter der Telefonnummer: 03601-856615 (Frau Maass)

- 30 € Führungsgebühr (mit Jahreseintrittskarte freier Eintritt, sonst zuzüglich Eintritt 2,- € pro Kind)

nach Donatello: Reiterstandbild des Gattamelata (Original: 1446–50)
Eugène Verboeckhoven: Von zwei Löwen attackiertes Pferd (1836)
Pablo Picasso: El Rapto de las Sabinas (um 1963)
Salvador Dalí: Les Chevaux de Triomphe, um 1971