Museum Allerheiligenkirche

Ihre Entstehung verdankt die Allerheiligenkirche einem Schlüsselereignis der Mühlhäuser Stadtgeschichte, der Eroberung und Zerstörung der Reichsburg 1256. Als Sühne für die dabei geschleifte Burgkapelle errichtete die Stadtgemeinde Ende des 13. Jahrhunderts diese Pfarrkirche, die im 14. Jahrhundert baulich erweitert und mit dem hoch aufragenden Turmaufsatz versehen wurde. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der schlichte gotische Bau mit Deckengemälde, Kanzelaltar und dekorativen Bemalungen an Emporen und Emporenpfosten barock ausgestattet. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verfiel die Kirche zusehends und wurde in den Jahren nach dem
2. Weltkrieg als Lagerhalle fehlgenutzt. Erst die Restaurierungsarbeiten der Jahre 1985 bis 1989 verhalfen ihr wieder zu neuem Glanz. Viele Jahre diente die Allerheiligenkirche als Museumsgalerie und war Stammhaus der Sammlung Thüringer Kunst der Mühlhäuser Museen, bis mit der Eröffnung des Kulturhistorischen Museums die Sammlung wieder an ihren alten Platz zurückkam. 

Als Referenz an den Sakralraum beherbergt die Kirche heute einen Ausstellungsbereich zur Bau- und Restaurierungsgeschichte mit beigeordneter barocker Sakralskulptur aus den Beständen der Mühlhäuser Museen. Der mit eigener Ausstellungsarchitektur versehene Mittelraum sowie die dreiseitig umlaufenden Emporen stehen für Sonderausstellungen zur Verfügung.
In der spannungsreichen Verbindung von gotischer Bauhülle, barocker Ausstattung und Präsentationen ausgewählter zeitgenössischer Themen stellt das Museum Allerheiligenkirche ein besonderes kulturelles Kleinod der Stadt und der Region dar.

Zur Zeit ist die Allerheiligenkirche aufgrund vorübergehender baubedingter Umnutzung geschlossen.